Römische Villa und Heidentempel

Zeit, noch ein paar ausstehende Wanderberichte zu veröffentlichen, welche schon länger auf Halde liegen.

Auf die Idee mit nachfolgender Wanderung kam ich, da ich bereits öfter schon mit dem Motorrad die Villa Rustica bei Roderath besucht hatte und ein anderes mal einen kurzen Gehweg zum Heidentempel bei Pesch eingelegt hatte.

So hatte ich irgendwann den Wanderweg zusammengebastelt und bin ihn nachgegangen.

Letztlich fiel der Weg anders aus, als ich ihn am "Reißbrett" geplant hatte.
Sei es, dass schmalere Wege eingezäunt waren, sei es dass ein weiterer Weg schon hoch mit Brennesseln versorgt war.

Nichtsdestotrotz war es - obwohl mit hohem Waldanteil versehen - eine interessante Wanderung.

Wir parken am Parkplatz Hornbachtal an der L206 Nähe Pesch und gehen direkt in den Wald hinein.

Kurzer Blick zurück: gefällt schon mal gut.
Wir lassen den Hinweis auf den Zugweg zum Heidentempel unbeachtet.
Hier kommen wir im Rahmen der Rückweges vorbei, da wir die Rundwanderung im Uhrzeigersinn absolvieren.

So geht es in die Höhe; fast ausschließlich auf breiteren Wegen.

Ja ist denn schon Weihnachten?

An einem größeren Schützenstand für Jäger suchen wir etwas "verzweifelt" den Zugang zu einem anderen Weg.
Er sollte hier eigentlich links abgehen.
Und richtig: wenn auch auf den ersten 50 Meter fast zugewachsen mit Brennesseln findet er sich dahinter auch wieder.

Scheinbar wird dieser Weg doch öfter genutzt.
Findet sich doch eine weitere Figur am Wegesrand.

So gehen wir ein gutes Stück durch den Wald hindurch.

Alsbald wird der Weg wieder breiter und wir treffen auf dieses Wegekennzeichen.
Tatsächlich gehen wir dann ein kurzes Teilstück des Jakobsweges.

Alsbald öffnet sich der Weg und wir gehen auf einem Wiesenweg in die Höhe.

In der Ferne erkennen wir Windräder und wissen, dass unser Wendepunkt der Tour nicht mehr weit entfernt ist: die Villa Rustica.

Wir überqueren die Fahrstraße nach Pesch und gehen auf der anderen Straßenseite für ein kurzes Stück zurück, um jedoch alsbald wieder links auf den Weg abzubiegen.

Wir haben nun das Gelände der Villa erreicht und gehen auf der Wiese zu den Resten hinauf.

Zitat (Quelle):

"Die Villa rustica in Nettersheim-Roderath war ein kleiner römischer Gutshof, der vom Ende des 1., im 2. und 3. und vermutlich auch im 4. Jahrhundert genutzt wurde. Der römische Gutshof mit seinen heute rekonstruierten Grundmauern liegt etwa 800 m westlich von Roderath, einem Ortsteil der Gemeinde Nettersheim, und wurde von 1984 bis 1989 ausgegraben. Das mutmaßliche Hauptgebäude bestand aus Fachwerk, hatte einen Steinsockel und ein Ziegeldach. Die vier bisher nachgewiesenen Nebengebäude waren in Pfostenbauweise ausgeführt und hatten Lehmfachwerkwände. Außerdem fand man die Überreste eines Ofens und einer Wasserleitung. Das Bodendenkmal ist heute touristisch erschlossen."

Gleichzeitig sehen wir nun schon die ungefähre Gehrichtung, wie wir den Weg fortsetzen wollen.

Und so geht es dann wieder in den Wald hinein, wenn auch mit teils netten Sichten links von uns.
Irgendwann erreichen wir den Ortsrand von Pesch und beschließen, durch den Ort zu gehen.
Der Ort hat etwas.

Zwischenzeitlich finden wir auch das Wegekennzeichen einer Eifelschleife, die ebenfalls als eines der Ziele den Heidentempel aufweist.

Es geht noch einmal in die Höhe, um eben diesen Tempel zu erreichen.

Doch nach kurzer Zeit ist der mitten im Wald gelegene "Heidentempel" auch schon erreicht.

Zitat (Quelle):

"Der Tempelbezirk Pesch, im Volksmund auch Heidentempel genannt, ist eine aus mehreren Bauwerken bestehende gallo-römischen Tempelanlage, die auf der Anhöhe „Addig“ zwischen den Orten Bad Münstereifel-Nöthen und Nettersheim-Pesch in der Eifel während des 1. bis 4. nachchristlichen Jahrhundert bestand. Die heute in ihren Grundmauern teilrekonstruierten Überreste des Matronenheiligtums wurden in den Jahren 1913 bis 1918 von Hans Lehner ergraben, eine Nachuntersuchung fand im Jahre 1962 statt, und brachten eine Vielzahl von Weiheinschriften zu Ehren der Matronae Vacallinehae."

Zitat (Quelle wie zuvor):

"Die heute erhaltenen Reste gehen auf die letzte der drei Bauperioden zurück. Weder die älteren noch die ursprünglich aus Holz errichteten Bauteile sind in der Rekonstruktion wiedergegeben. Bei der Anlage handelt es sich um eine archäologisch-denkmalpflegerische Rekonstruktion des Kultplatzes, der Sicherung der archäologischen Befunde und Darstellung der architektonischen Situation vereinen soll. Zu dem Zweck zeigen sich dem Besucher ein bis zwei Meter hohe Aufmauerungen auf Befunden von einigen Zentimetern Höhe. Zur Visualisierung der Kultpraxis sind verschiedene Weihestein-Abgüsse den Gebäuden beigestellt."

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz.

Track, Übersicht etc.: