Kleine Runde in Remagen

Einen Termin in Remagen genutzt, um noch eine kleine "frische-Luft-Runde" hinzulegen.
Remagen bietet viele interessante Örtlichkeiten.
Ich habe mich hier ausschließlich auf die beschränkt, welche ich passiert habe.

Ludendorff-Brücke:

"Die Ludendorff-Brücke, als Brücke von Remagen bekannt, war eine zweigleisige Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Remagen und Erpel. Sie wurde 1916, im Ersten Weltkrieg, aus militärischen Gründen in Auftrag gegeben und am 1. Mai 1918 nach General Erich Ludendorff benannt. Am 15. August 1918 fand die Einweihung statt [Quelle]."

"In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs war sie der erste alliierte Übergang über den Rhein.
Sie erlangte durch den 1969 erschienenen US-Kriegsfilm Die Brücke von Remagen besondere Bekanntheit. Beim Rückzug der Heeresgruppe B unter Generalfeldmarschall Walter Model auf die rechte Seite des Rheins 1945 sollten nach dem Willen der Wehrmachtführung alle Rheinbrücken gesprengt werden.
Bei der Ludendorff-Brücke wurde aber weniger (300 kg statt 600 kg) und weniger effizienter Sprengstoff (Donarit statt Dynamit) verwendet als geplant [Quelle]."

"Bei der Sprengung wurde die Brücke kurz aus ihren Lagern gehoben, aber nicht zerstört, wodurch es westalliierten Truppen in der Folge möglich war, den Rhein an dieser Stelle zu überqueren und ihren Vorstoß Richtung Ruhrgebiet zu beschleunigen.
Wehrmachtsoldaten versuchten in den Tagen nach der Eroberung vergeblich, die Brücke zu zerstören. Sie stürzte schließlich am 17. März 1945 ein, wahrscheinlich aufgrund der misslungenen Sprengung und der Kampfhandlungen der vorherigen Tage.
Hitler ließ mehrere Offiziere, die für die nicht erfolgte Zerstörung verantwortlich gemacht wurden, durch ein Standgericht verurteilen und erschießen [Quelle]."

"Am 7. März 1945 um 13 Uhr gelang es einer kleinen Vorhut der 9. US-Panzerdivision [...] die völlig intakte Brücke zu erreichen. [...] Um 13:40 Uhr begann der Angriff der alliierten Soldaten an der Brücke. Die erste Sprengung der Deutschen, die einen Teil der Ladungen zündeten, riss einen zehn Meter breiten Krater in die linksrheinische Rampe. Um 15:40 Uhr versuchten die Deutschen auf Befehl von Major Hans Scheller, die Brücke zu sprengen. Sie hob sich zwar etwas, fiel aber in ihre Lager zurück. Innerhalb von 24 Stunden überquerten 8000 Soldaten den Rhein in östliche Richtung.
Vom 7. März bis zum Einsturz am 17. März 1945 überquerten 18 alliierte Regimenter den Rhein über die intakte Brücke von Remagen [Quelle]."


Auf Remagener Seite befindet sich in den Türmen das Friedensmuseum.


Rennfahrer Caracciola:

Am Rheinufer finden sich auf meinem Weg zwei "Denkmäler" von Rudolf Caracciola, einem in Remagen geborenen Autorennfahrer, welcher vor dem Zweiten Weltkrieg zu dem erfolgreichsten Fahrer in Europa zählte.

"Seine mehr als 30 Jahre währende Rennfahrerkarriere begann auf dem Motorrad [...].
1923 fuhr er als Werksfahrer auf dem Mercedes-6/25/40-PS-Kompressor-Sportwagen in Baden-Baden sein erstes Rennen und erzielte noch im selben Jahr elf weitere Siege.
Im Jahre 1926 [...] gewann er auf einem Mercedes 2-l-8-Zylinder-Rennwagen „Monza“ überraschend unter widrigen Wetterbedingungen den ersten Großen Preis von Deutschland auf der Berliner AVUS.
Im Jahr darauf gewann er das erste Autorennen auf dem neu gebauten und laut seiner Aussage „bärig schweren“ Nürburgring. Die dortige enge Linkskehre Karussell befuhr er einige Jahre später als erster absichtlich unter Zuhilfenahme des Straßengrabens auf der Innenseite, wodurch deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich waren. Dieser Graben war ursprünglich nur für das Ableiten von Regenwasser geschaffen worden. Daraufhin wurde das Karussell mittels Betonplatten als Steilkurve befestigt und somit regulärer Teil der Piste. Diese berühmte Kurve auf der Nordschleife wurde 2001 anlässlich seines 100. Geburtstages in Caracciola-Karussell umbenannt [Quelle]."

"1952 verunglückte er bei einem Sportwagenrennen auf der Schweizer Bremgarten-Rundstrecke bei Bern in der 13. Runde schwer und erlitt einen dreifachen Bruch des linken Unterschenkels. Bedingt dadurch musste er seine Rennsport-Karriere endgültig beenden [Quelle]."


Kirche St. Peter und Paul:

"St. Peter und Paul ist die katholische Stadtpfarrkirche von Remagen. Sie steht auf den Relikten eines römischen Kastells und ist eine im Kern romanisch-gotische Kirche mit einem neoromanischen Anbau. Eine Besonderheit im Pfarrhof ist ein romanisches Portal, das ursprünglich in keinem Zusammenhang mit der Kirche stand [Quelle]."


Romanisches Pfarrhoftor
 

Kapelle St. Maria in der Lee:

"Die nach 1850 erbaute ehemalige Hospitalkapelle „St. Maria Magdalena in der Lee“ an der Fürstenbergstraße in Remagen ist [...] im Oktober 2007 wieder eingesegnet worden.
Neben der Kapelle steht ein zwei Meter hohes Steinkreuz aus dem Jahr 1737.
Der Flurname „In der Lee“ erinnert an ein ehemals dort liegendes Gräberfeld des römischen Kastells Ricomagnus.
Dort fand man auch die sogenannte Meteriola-Inschrift, die Grabinschrift der Christin Meteriola, die in der Mitte des 5. Jahrhunderts hier beigesetzt wurde [Quelle]."

Apollinariskirche:

"Die Errichtung der ersten Kirche, die dem heiligen Martin, dem Patron der Franken, geweiht war, lässt sich nicht genau bestimmen. Wahrscheinlich wurde sie im 9. Jahrhundert gebaut.
Um das Jahr 1110 errichteten die Benediktiner der Abtei Michaelsberg in Siegburg auf Initiative und mit großer Unterstützung der Bevölkerung von Remagen eine Propstei in Remagen.
Im 13. Jahrhundert gelangten wahrscheinlich die Reliquien des heiligen Apollinaris auf den Berg.
Die früheste urkundliche Erwähnung des Heiligen in Remagen stammt aus dem Jahr 1295.
Der Sarkophag mit der Hauptreliquie in der Krypta der Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert [Quelle]."


"Der Zweite Weltkrieg, von dem die Stadt Remagen wegen ihrer strategisch wichtigen Rheinbrücke stark betroffen war, hatte auch für die Apollinariskirche und das Kloster schwere Folgen. Durch eine V2, die in der Nähe einschlug, wurden Dächer und die Verglasung teilweise zerstört. Da die Reparaturen erst 1947 ausgeführt werden konnten, schädigte die eindringende Feuchtigkeit die Fresken schwer [Quelle]."

"Zum ersten Mal fand im Jahr 1295 die Verehrung des St. Apollinaris in einer Ablassurkunde Erwähnung.
Allen, die hier an bestimmten Andachten teilnahmen, wurde ein Ablass von 40 Tagen gewährt.
Dies legt nahe, dass „Wallfahrer“ nach Remagen kamen.
Die großen organisierten Wallfahrten entstanden erst in den nachfolgenden Jahrhunderten.
Bereits seit Anfang des 16. Jh. existiert eine Wallfahrt von St. Georg (Köln).
Die Pilger aus Auenheim kommen seit dem Jahr 1630 bis heute, seit 2008 auch wieder zu Fuß.
Seit die Franziskaner 1857 nach Remagen kamen, fand die Wallfahrt jährlich in der zweiwöchigen Apollinarisoktav im Juli und August statt.
Die Kopfreliquie des heiligen Apollinaris wird aus dem Schrein in der Krypta erhoben und in einem silbernen Reliquiar in Kopfform zur Verehrung in der Kirche aufgestellt.
Zu den Blütezeiten kamen bis zu 100.000 Pilger zur Wallfahrt zum Haupt des heiligen Apollinaris auf den Apollinarisberg.
Im Jahr 2014 wurden in der Wallfahrtszeit (19. Juli bis 3. August) rund 12.000 Gottesdienstteilnehmer gezählt [Quelle]."