Immer dem Rotwein nach ...

Aufgrund der zu erwartenden Wärme waren wir heute sehr früh unterwegs gewesen.
Ein ausgefallener Termin tat sein Übriges dazu bei, dass es noch früher wurde.

So waren wir vor der großen Hitze wieder mit den Hunden zu Hause.

Es war keine premiumverdächtige Wanderung, aber sie hat dennoch Spaß gemacht.


Während Jilly und Biggi schon vorher in die Strecke gefunden haben, eilten Odin und ich schnell hinterher - nachdem der Termin aufgrund Krankheit kurzfristig ausgefallen war.


Aber alsbald hatten wir beide schon wieder eingeholt.


Einfach ruhig diese Stille und noch nicht zu warm.


Zu einem Großteil der Strecke haben wir versucht, eben nicht auf dem Rotweinwanderweg zu gehen.
Nicht, weil er nicht interessant wäre, sondern weil wir einfach einmal anders gehen wollten.


Grundsätzlich hat dies auch gut funktioniert.
An dem Wegstück der alten Bahntrasse wollen wir aber unbedingt auf dem RWW laufen, führt er uns doch sogar an Freilichtmuseum des Tunnels Silberberg vorbei.
So sehen wir bereits links die Pfeiler und gehen in einem Bogen an sie - an der Adenbachhütte vorbei - heran.


Die Brückenpfeiler im Adenbachtal bei Ahrweiler wurden von 1921 bis 1923 für die Strategische Bahn Neuss - Kreuzberg - Metz gebaut, sind aber nie fertig gestellt und genutzt worden. Die Pfeiler, die wegen ihrer Form im Volksmund auch „Schwurfinger“ genannt werden, sollten eine 150 Meter lange und 30 Meter hohe Eisenbahnbrücke tragen. Um die Standsicherheit von Pfeilern und Brücke zu gewährleisten, wurden zehn Meter tiefe Fundamentlöcher in den felsigen Untergrund getrieben. Nach ihrem Bau sollten die Pfeiler mit Bruchstein verblendet werden. Die Bevölkerung von Ahrweiler war damals gegen den Bau, weil die Bahnlinie die Landschaft verunstalten würden. Die Bahnlinie sollte insbesondere den Güterverkehr auf der Schiene in Richtung Frankreich erleichtern. Im Jahr 1923 wurden die Bauarbeiten an der Bahnlinie von den einrückenden Franzosen gestoppt. Da waren die Pfeiler für eine einspurige Streckenführung fertig, und der mittlere große Brückenbogen war fertig eingeschalt. 1924 wurden die für den Bau der Brücke bereits aufgebauten Gerüste jedoch wieder entfernt. Lediglich die Brückenpfeiler blieben zurück. Noch heute stehen sie ungenutzt in den Weinbergen. Das Gleisbett war im Winter 1922/23 bis zum Adenbachtal beschottert worden und die Verlegung der Schienen hatte bereits begonnen. Die 1923 französischen Besatzungstruppen bauten die bereits verlegten Gleise wieder ab und verwendeten sie anderweitig [Quelle].


Rechts befindet sich nun das Freilichtmuseum, welches wir uns gerne noch einmal anschauen.


Eigentlich ist es eine Gedenkstätte.

Die Gedenkstätte Silberbergtunnel ist eine Gedenkstätte bei Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie erinnert daran, dass gegen Ende des Zweiten Weltkriegs der Silberbergtunnel bis zu 2500 Menschen Schutz vor alliierten Bombenangriffen bot.
Der 660 Meter lange Silberbergtunnel wurde für die ab 1910 erbaute Eisenbahnstrecke des Strategischen Bahndamms angelegt, ging aber wegen eines Baustopps 1923 nie in Betrieb. In den Jahren 1944 und 1945 bot der Tunnel den Bewohnern von Ahrweiler Schutz vor Tiefflieger- und Bombenangriffen. Die Menschen richteten sich dauerhaft in der Tunnelröhre ein und schufen sich darin hölzerne Behausungen, die „Büdchen“ genannt wurden und in denen bis zu 20 Personen lebten. Die Hütten waren mit Hausnummern versehen und es gab ein Postamt. In der Mitte des Tunnels wurde die Adolf-Hitler-Allee für den Verkehr mit Fahrrädern freigehalten. Dadurch entstand eine „Stadt im Berg“, die bis zu 2500 Personen und damit 80 % der Zivilbevölkerung von Ahrweiler aufnahm. 1947 wurde der Tunnel von französischen Pionieren gesprengt [Zitat].



Noch ein letzter Blick und wir gehen weiter.


Es geht zu unserem nächsten Ziel, dem Regierungsbunker.


Einfach nur schön.


Am Regierungsbunker fanden gerade Erneuerungsarbeiten statt.
Bilder mit Lastkraftwagen erspare ich Euch hier.

Anschließend ging es dann hauptsächlich durch den Wald wieder zurück.

Videoschnitt zur Wanderung:



Track, Übersichtskarte: