Oberdürenbach Rundweg 2 - reloaded

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Nach dem gestrigen Training stand heute wieder eine Wanderung an.
Es war Regen gemeldet, also sollte die Anfahrt nicht zu lange dauern und weiterhin unter zehn Kilometer Wanderstrecke liegen.

So fiel die Wahl auf den örtlichen Rundweg 2 bei Oberdürenbach, den ich erstmalig im August 2016 mit Draga gelaufen war.
Und da er mir seinerzeit schon gefallen hat, sollte der Weg heute seine Wiederholung erfahren.



Auch heute parken wir wieder auf der K52 zwischen Oberdürenbach und Schelborn auf dem dortigen Wanderparkplatz / Rastplatz.
So erhaschen wir direkt am Start schon einen Blick auf die Burgruine Olbrück.


Wir haben ja nun schon viele Wanderungen unternommen, aber ähnlich originelle Wegekennzeichen haben wir bislang noch nirgends anders gesehen.
Besonders schön: diese werden immer noch in Schuß gehalten und mit frischer Farbe versehen.
Das ist wirklich ein Lob wert.


Genau wie 2016 gehen wir auch heute die Rundstrecke im Gegenuhrzeigersinn.
So überqueren wir vorsichtig die K52 und gehen auf der anderen Straßenseite auf dem Wiesenweg in die Höhe.


Noch einmal ein Hinweis zu den steinernen Wegekennzeichen: sie erlauben es, die Tour sogar ohne Karte oder Track zu laufen.
Ok. Sie sind ja auch etwas zu schwer, um mitgenommen zu werden.


Wir erreichen den oberhalb liegenden Weg und halten uns nach links.
So geht es nunmehr direkt nach Schelborn, wobei sich auf einem Teilstück auch die Eifelleiter dieses Weges bedient.


Auf unserem Weg nach Schelborn gehen wir an dieser Kapelle der Familie Steinborn vorbei.
Selbige wurde aufgrund von 50 Jahren Jagdpacht von diesen errichtet.
Wenig später passieren eine Stele, die auf einen Pilgerweg nach Trier hinweist.


Wir nähern uns dem Ort Schelborn, einem Teil der Ortsgemeinde Oberdürenbach (Landkreis AW) ...



... und werden mit einem kleinem Schlenker über die Landstraße in Richtung Kempenich geführt, so dass wir Am Stockenhof passieren und für ein kurzes Wegstück auf der anderen Seite dieser Landstraße unterwegs sind.


An einer Sitzgelegenheit an der Landstraße wechseln wir erneut über die Fahrstraße und gehen in grobe Richtung Oberdürenbach, wobei wir natürlich die Weitblicke genießen.


Das nächste Wegekennzeichen erwartet uns schon und teilt uns mit, dass es gleich scharf nach rechts hinten geht.
Ein kurzes Stück parallel zur Landstraße und es geht schon wieder links hinab.


Einfach schön, mal die Karte stecken zu lassen und auch keinen Track bemühen zu müssen.
An der nächsten Wegeabzweigung findet sich natürlich das nächste Wegekennzeichen und wir gehen bestimmungsgemäß den rechten Weg lang.


So geht es aber nur ein kurzes Stück durch dieses Waldstück ...


... bis wir an den Ortsrand von Schelbon gelangen und an der Madonna rechts den Weg hinauf zum Friedhof geleitet werden.


So passieren wir den Friedhof und gehen in grobe Richtung Hannebach entlang - im übrigen scheinbar eine Wegstreckenabkürzung für Ortsansässige.


Nach ein paar wenigen Schlenkern erreichen wir die Hannebacher Ley und umrunden diese.

Die Hannebacher Ley bei Hannebach gehört zu den ältesten und höchsten Vulkanbasaltbauten des Brohltals. Mehr als 20 Mineralien werden dort gefunden - unter anderem der nur dort bekannte gefundenen Hannebachit (Quelle).


Nach der Umrundung baut sich erneut die Burgruine Olbrück mit dem weithin sichtbaren Bergfried vor uns auf (herangezoomt).


Es geht nun bergab und wir sind froh, dass der Weg diesmal nicht zugewachsen ist - so wie es bei der ersten Wanderung der Fall war.


Bevor wir nun das ehemalige Landgut Stockhof passieren, schauen wir noch einmal auf die Ruine, die Umgebung und die in der Ferne sichtbare Autobahn 61.


Kurz vor dem genannten Landgut endet dann auch der Panoramateil dieser Wanderung und es geht nun - bis auf eine kurze offene Fläche - durch den Wald. 

Der Stockhof liegt oberhalb von Wollscheid am Perler Kopf. Über die Herkunft des Namens kann nur spekuliert werden. Eine Möglichkeit geht in Richtung „Stockgut“. Der Name Stockgut bezeichnet in der Eifel Bauernhöfe, die einem besonderen Recht unterliegen. Diese Höfe wurden von den jeweiligen Grundherren als Erblehen an die leibeigenen Bauern gegeben. Die Bauern durften das Gut weder teilen, noch beleihen oder verkaufen. Im Erbfall ging das Lehen ungeteilt an das älteste Kind über.
Mündlich überliefert ist, dass die Anfänge dieses Hofes eine Köhlerhütte waren. Köhlerei ist nachweislich in dieser Gegend betrieben worden. Dazu wurden Bäume „auf Stock gesetzt“, das heißt, dass speziell bei Eiche und Hainbuche der Stamm „geerntet“ wurde und die Baumstümpfe neu austrieben. Nach etwa 15 Jahren konnte dann erneut „geerntet“ und „auf Stock gesetzt“ werden. Ergo könnte der Namen auch aus dieser Richtung kommen. Vielleicht „steckt auch etwas ganz anderes“ dahinter.
Der „Stokhof“ ist bereits in einer Karte von 1796, gezeichnet von Engelbert Hansen, Schullehrer in Oberzissen, als Olbrücker Besitz eingetragen. Diese Karte zeigt die Teilung des Zissener Ländchens unter der damaligen Herrschaft Olbrück. Gebaut ist der Komplex aus Steinen der Region, wobei die schwarzen Basalte vom nahen Vulkan Perler Kopf stammen müssten (Quelle).


Das letzte Wegstück wir noch einmal ein wenig anstrengender, da es nun stetig in die Höhe geht, ...


... wobei es das letzte Stück noch einmal "in sich hat".


Jetzt nur noch knapp 200 Meter entlang der K52 am Fahrbahnrand entlang und zum Parkplatz zurück, wo wir diese wirklich schöne Rundwanderung beenden.


Daten:

Länge der Strecke: 8,8 Kilometer
Dauer ohne Pause: 2 Stunden und 17 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit: 3,8 km/h (Durchschn. Pace in Bewegung bei 14:36 min/km)
Höhen: zwischen ca. 415 m NN und 572 m NN
Kalorienverbrauch: ca. 1000 C
Karte: Wanderkarte des Eifelvereins; Nr. 10: das Brohltal

Track, Karte und Wegbeschreibung: