Tatzelwurmweg Mosel

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Auch heute ging es zum Wandern wieder an die Mosel.
Im Internet hatte ich den Hinweis auf den Tatzelwurmweg gefunden und mich daran erinnert, dass ich seinerzeit - als ich 2013 mit Balou unterwegs war - bei der Erwanderung des Traumpfades Koberner Burgpfad dieses Wegekennzeichen bereits gesehen hatte.

So parken wir auf der Marktstraße und beginnen die Rundwanderung im Uhrzeigersinn.
Es sei hier auch schon darauf hingewiesen, dass die Beschilderung des Rundweges zwar oft genug zu sehen ist, jedoch zum Nachwandern ohne Karte bzw. Track leider nicht mehr ausreicht.


Dies ist das oben im Text beschriebene Wegekennzeichen des etwa 8,5 km langen Rundwanderweges.


Über die Engegasse gehen wir in den Ort hinein und treffen auch schon direkt auf eine erste "Besonderheit", den Norbertus-Stollen.



Wir folgen dem Weg hin zur Kirche und sehen auch eine erste Informationstafel zum Weg.
Der Weg kann auch durch kleine "Klettersteige" genutzt werden.
Mit Hunden folgen wir jedoch der normalen Wegführung.


So geht es nun stetig in die Höhe, da unser nächstes Ziel die Burgruine Niederburg bei Kobern sein wird.


Während wir uns also unserem Zwischenziel nähern, sehen wir bereits ein weiteres Zwischenziel danach auftauchen: die oberhalb liegende Matthiaskapelle.


Wir erreichen das Gelände der Burgruine und müssen schon auf die Pfoten der Hunde aufpassen:
an mehreren Stellen liegen recht viele Glasscherben auf dem Boden.


Einen Blick hinab nach Kobern ...


... und wir gehen eine "Etage" höher.


Die Burg wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Erstmals erwähnt wird sie 1195, als der damalige Burgherr sie dem Trierer Erzbischof als Lehen auftrug. Die Herren von Isenburg-Kobern starben im 13. Jahrhundert in weiblicher Linie aus. Über die Erbtochter Cecilia gelangten die Koberner Burgen mit der Herrschaft an Friedrich II. von Neuerburg (eine Seitenlinie der Grafen von Vianden). 1309 starb auch diese Linie in männlicher Linie aus. Danach wurde Burg und Herrschaft an den Trierer Erzbischof verkauft. Im Jahr 1688 wurde die Burg zerstört (Quelle).


Auf schiefergeschwängertem Weg geht es nun weiter in die Höhe, da wir auf dem Kreuzweg hinauf zur Matthiaskapelle gehen wollen.


Ein schöner Blick auf die Mosel ohne Hund ...


... und natürlich mit Hund. Wat mutt, dat mutt.


Der Weg ist breit genug.
Was heute aber auch gut ist.
Beide Hunde sind heute irgendwie schwerer zu führen - ständig hängen sie in der Leine.


Bald haben wir die Matthiaskapelle erreicht und somit auch die ehemalige Oberburg.

Die Burg wurde Anfang des 12. Jahrhunderts auf keltischen Befestigungsanlagen errichtet. Erstmals erwähnt wurde sie 1195, als der damalige Burgherr sie dem Trierer Erzbischof als Lehen auftrug.
Die Matthiaskapelle wurde etwa 1220/40 von Ritter Heinrich II. von Isenburg erbaut, um darin das Haupt des Apostels Matthias als Reliquie zu verwahren. Das Burgareal wurde beim Bau der Kapelle vergrößert. Der Chor wurde von einem, vermutlich nicht vollendeten, Vorgängerbau übernommen.
Die Herren von Isenburg-Kobern behielten die Burg bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Danach wurde sie an den Trierer Erzbischof verkauft und verfiel.
Der Bergfried erhielt 1936 ein Notdach, um ihn vor weiterem Verfall zu schützen. Ab 1989 wurde neben dem Bergfried auf einer bereits ursprünglich bebauten Stelle das heutige Restaurant errichtet. Der Bergfried wurde im Rahmen dieser Maßnahmen erhöht und erhielt ein neues Dach.
Die Burganlage ist ganzjährig zugänglich und kann kostenlos besichtigt werden. In Bergfried und Nebengebäuden ist heute ein Restaurant untergebracht. Die Matthiaskapelle kann in den Sommermonaten an Wochenenden besichtigt werden. Der Aufstieg erfolgt über einen schmalen Fußweg, dem Kreuzweg durch die Weinberge, aus dem Mühlbachtal. Mit dem Auto ist ein Parkplatz unmittelbar unterhalb der Burg erreichbar (Quelle).


Der Weg führt uns nun hinab in Richtung des Hohesteinsbach.



Wenige Meter zuvor erreichen wir zunächst den Quidoborn, dessen Sauerwasser früher als Getränk aufgrund seiner gesundheitsförderlichen Wirkung diente.
Die tiefrostrote Farbe zeigt die hohe Eisenkonzentration an.


Nach weiteren hundert Metern - wir haben uns links gehalten - treffen wir auf einen weiteren Sauerbrunnen am vorgenannten Bach.


Die Hunde erfreuen sich aber eher am Bach selbst, als an der Sauerquelle.


Vorbei an dieser exponierten Andachtsstelle geht es weiter, wobei wir jedoch alsbald den Traumpfad verlassen und rechts den Berg hinauf auf eine Lichtung geführt werden.


Mit ein paar Schleifen erreichen wir den Rosenberg und finden hier eine Informationstafel, die auf ehemals römische Villen an diesem Ort hinweist.


Wir umkreisen den Rosenberg halb und erreichen alsbald den Moselsteig und Moselhöhenweg.
Diesem folgen wir jetzt rechts in den Wald hinein und werden auf abschüssigem schmalen Pfad entlaggeleitet. Wenn es zuvor geregnet haben sollte, könnte es hier etwas rutschiger sein.


An einer schönen Aussichtsstelle mit entsprechenden Sitzgelegenheiten werfen wir noch einmal einen Blick hinab auf Kobern und können rechts die Niederburg auftauchen sehen.


Wir folgen dem Moselsteig zunächst auf schmalem Pfad ...


... und später auf immer breiter werdenden Wegen.


Alsbald jedoch führt uns der Tatzelwurmweg wieder nach Kobern hinein, wo wir diese Rundwanderung beenden.


Fazit:

Nette Runde, die natürlich aus dem Traumpfad und dem Moselsteig schöpft.
Vielleicht eher für diejenigen eine schöne Alternative, die den Traumpfad schon gegangen sind und eine ähnliche Wanderung in dieser Gegend unternehmen möchte.


Track, Übersicht und Karte: