WingertsLaacherWaldsee

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Eher spontan führte uns die heutige - und erste längere - Wanderung im neuen Jahr zum Laacher See, um dort in der Nähe eine Wanderung mit den Wegpunkten Wingertsbergwand, Laacher See und Waldsee durchzuführen.

Wir parken auf dem Mitfahrer- / Wanderparkplatz direkt an der A61, Ausfahrt Maria Laach und gehen hierbei ein kurzes Stück parallel zur Autobahn in Gegenuhrzeigerrichtung entlang.


Das Wetter der letzten Tage - oder sollte ich schreiben "der letzten beiden Monate"? -  lässt sich auch auf dieser Runde nicht verleugnen.
Aber dafür gibt es ja wasserdichte Wanderstiefel.


Den Asphalt unter den Sohlen haben wir jedoch nur ein kurzes Stück auf der Wanderung.


Nun geht es links hinauf, wobei uns die Hinweisschilder schon erwarten und uns den Weg weisen.



Zwischendurch erklettere ich einen kleinen Hügel, um in das Abbaugebiet hinein zu schauen.
 

Mit großen Schritten geht es nun weiter hinauf, um an die besondere Stelle zu gelangen.


Die Wingertsbergwand bei Mendig ist eine bis zu 60 Meter hohe und mehrere hundert Meter lange Bims- und Tuffwand, die durch den Abbau vulkanischer Rohstoffe freigelegt wurde. Der Aufschluss dokumentiert den Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor ca. 12.900 Jahren (Quelle). 


Vor ca. 12.900 Jahren brach der Laacher-See-Vulkan, ca. 2 Kilometer nördlich der heutigen Wingertsbergwand, innerhalb weniger Tage aus. Lediglich die Endphase zog sich wahrscheinlich über mehrere Monate hin. Der gewaltigste Vulkanausbruch der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa schleuderte ca. 6,5 km³ vulkanisches Material aus, wobei der Ausbruch nicht gleichförmig, sondern höchst komplex verlief. Die unterschiedlichen Ausbruchsmechanismen führten zu unterschiedlichen Ablagerungen vulkanischen Gesteins und sind heute am Aufschluss der Wingertsbergwand sichtbar.
Die untersten Ablagerungsschichten enthalten Partikel, die beim Durchschlagen der Erdoberfläche mitgerissen wurden, wie Schotter, Tone, Basalte älterer Vulkankegel und Holzkohle entwurzelter Bäume (Quelle wie vor).


In der plinianischen Hauptphase stieg zunächst eine Eruptionssäule bis zu 30 Kilometer hoch und führte zu Fallablagerungen von Bims, auch „Fallout“ genannt. Die Bimsschicht ist immer wieder von Bomben von bis zu 4 Meter Durchmesser durchsetzt, da die Eruption ältere Lavastrome durchbrach und das Gestein bis zu 2 Kilometer weit durch die Luft schleuderte. Es folgen dunkle, fremdgesteinsreiche Bänder mit Schiefer, die darauf hinweisen, dass sich die Eruption verändert hatte: Die Kraterwände waren eingebrochen und der Schlot verlagerte sich. Im weiteren Verlauf entstanden Glutlawinen, pyroklastische Ströme, die für helle Ablagerungsschichten, Ignimbrite, verantwortlich sind. In Talniederungen, wie dem Krufter Bachtal, erreichten die Ablagerungen der Glutlawinen eine Mächtigkeit von rund 30 Metern. Es folgte die höchste plinianische Eruptionssäule des gesamten Ausbruchs. Die Säule stieg mehr als 30 Kilometer in die Höhe und förderte besonders große Mengen an Bims. Die Fallablagerungen sind als sogenannte „Autobahn“, eine auffallende regelmäßige Doppelschicht von Fallablagerungen, an der Wingertsbergwand sichtbar (Quelle wie vor).


Nach einer längeren Pause folgte die Endphase des Ausbruchs, die wahrscheinlich mehrere Monate andauerte. Wiederholungen von phreatomagmatischen Eruptionen mit Base Surges und Glutlawinen führten zu über 15 Meter mächtigen, dünenartigen grauen Ablagerungsschichten (Quelle wie vor).


Nachdem wir uns umgeschaut haben, müssen wir ein kurzes Stück den Berg wieder hinunter gehen, um jedoch auf halber Strecke rechts abzubiegen und hinauf zum "Scharfe Knüppchen" zu gehen - eine Erhebung von 338 Metern.



Wir gehen nun weiter auf einem schmaleren Pfad ...


... der uns in Blickrichtung des Laacher Sees bringen wird.


Sobald wir jedoch an einer Wegkreuzung auf die Wegemarkierungen des Traumpfades Pellenzer Seeblick stoßen, nutzen wir diese, um uns nach rechts in Richtung des Waldsees zu orientieren.


So geht es nun weiter in Richtung des Krufter Ofens.


Der Basaltschlacken-Vulkan Krufter Ofen liegt südlich des Laacher Sees. Seine steile Ostflanke fällt zu einer ovalen, kesselartigen Einsenkung ab. Durch den sogenannten Halsgraben entwässert diese Einsenkung ins Neuwieder Becken. Auf der Ostseite dieser Senke, die geomorphologisch auch "Depression" genannt wird, liegen die Schlackenvulkane Heidekopf und Roter Berg. Die Lavaströme dieser drei Vulkane liegen unter einer mächtigen Bimsdecke (Quelle). 


Aufgrund des sehr matschigen Bodens beschließen wir, nicht die "Abkürzung" über die Teufelskanzel zu nehmen, sondern die Umleitung zu wählen.



Recht bald passieren wir den Waldsee, dessen Zugang derzeit gesperrt ist.

Der mitten im Wald gelegene See entstand 1985 in einer ehemaligen Bimsgrube. Das Gelände rund um den See wurde einschließlich großer Schutzflächen künstlich angelegt. Die Fläche beträgt 3,5 Hektar bei 5 Metern maximaler Tiefe.
Im Laufe der Jahre hat sich das Gewässer zu einem großartigen Biotop entwickelt, das zahlreichen Amphibien Lebensraum bietet. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet und wird regelmäßig kontrolliert.
Das Gewässer dient an erster Stelle der Naherholung der Krufter Bevölkerung.Die Gemeinde übernimmt die Kosten für Pflege und Instandhaltung des Geländes und der Zufahrt. Es wird kein Eintrittsgeld verlangt.
Das Baden ist nur am Südufer innerhalb der mit Bojen gekennzeichneten Fläche gestattet. Dank eines sanft abfallenden Ufers ist dieser Bereich auch für Kinder und Nichtschwimmer geeignet. Ergänzt wird er durch eine blitzsaubere Liegewiese und eine ebenso saubere Toilettenanlage. Parkmöglichkeiten gibt es zehn Minuten vom See entfernt.
Baden und Schwimmen ist nur erlaubt, wenn das Gewässer durch die Badeaufsicht freigegeben ist. Sonntags ist Ruhetag (Quelle).



Kurz nachdem wir den Waldsee passiert haben, verlassen wir den Traumpfad und begeben uns wieder in grobe Richtung der A61, die wir auch schon hören können.



Nicht mehr weit und wir stoßen wieder auf den Hinweg zur Wingertsbergwand, so dass wir nur noch wenige hundert Meter bis zum Parkplatz vor uns haben.


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Track, Beschreibung, Karte zur Wanderung:

Variante Kurzrunde: 


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