Teuflisch an der Ahr unterwegs


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Die komplette Nacht hatte es bis etwa 06:00 Uhr durchgeregnet.
Der nächste Regen war für 11:00 Uhr angekündigt.
Also früh aufgestanden, Jilly eingetütet und für eine kurze Wanderung nach Altenahr gefahren.
Es sollte - und wurde auch - eine Runde zwischen der Teufelslei und dem Teufelsloch werden.



Ich parke wieder direkt vor dem Tunnel Nähe der Feuerwehr.
Die wenigen Plätze hier sind kostenfrei zu nutzen.

Wer übrigens noch einmal schauen möchte, wie es hier während der heftigen Unwetter im Jahr aussah, der kann sich noch einmal dieses Kurzvideo des Jahrhunderthochwassers anschauen.


Direkt vor dem Tunnel befindet sich übrigens das Motorhotel Am Tunnel.


An dem Gelände der Feuerwehr geht es mittels einer Brücke über die Ahr.
Wir halten uns direkt links ...


... bis wir nach wenigen Metern an die nächste Brücke kommen.
Geradeaus führt der Ahrtalweg entlang, den ich vor etwa vier Jahren in einer Streckenetappe zusammen mit meiner Frau gewandert bin (siehe hier).


Wir folgen jedoch dem Ahrsteig, welcher rechts in die Höhe führt.


Mir wird bewusst, dass ich einen kleinen Teil dieses Teilstückes noch gar nicht gegangen bin.
Mir gefällt das. Ich finde immer wieder solcher Wege, die meine Schuhe noch nicht gesehen haben.


So geht es ein wenig steiler in die Höhe.
Vorsichtshalber habe ich Jilly bei dieser Witterung das neue orangene Halsband angelegt.


An einer Kehre führt der Ahrsteig rechts in die Höhe.
Wir folgen ihm weiterhin und sind auf gleicher Strecke wie bei der Wanderung vor vier Tagen (Auf und ab bei Laach). Wir halten kurz an und ich fotografiere die Burgruine Are.


In mehreren Kehren geht es nun in die Höhe.
Kurz vor Erreichen der Freifläche führt ein schmaler Pfad rechts zu einer Aussicht.
Es nieselt nun und der Schiefer ist rutschig.
Mit Jilly an der Leine gehe ich vorsichtig ein kleines Stück zur nicht gesicherten Aussicht und mache noch dieses Foto.


Das nächste Ziel ist nicht weit entfernt: die Teufelsley.
Wir brauchen daher nur der Markierung des Ahrsteiges folgen.


Wir nehmen einen kleinen Pfad in die Höhe ...


... und schauen auf die Formation der Teufelslei - übrigens nicht zu verwechseln mit der Teufelsley bei Hönningen.

Weiter geht es nun auf einem Pfad durch den Wald, bis wir auf eine Kehre eines breiteren Waldweges gelangen. Wir nehmen den nach unten führenden Teil und folgen diesem, bis wir oberhalb von Altenburg an eine Wegkreuzung gelangen.
Links geht es hinab nach Altenburg, rechts hinab zur Ahr im Langfigtal und geradeaus auf schmalem Pfad zum Teufelsloch.

Der Niesel hat sich verstärkt und ist in leichten Regen übergegangen.

Eine kurze Überlegung meinerseits: gestern hat es den ganzen Tag teils heftiger geregnet.
Die Wege sind rutschig und teils geht es steiler hinab.
Der Großteil des Weges führt über und durch Schiefer hindurch.

Soll ich dieses für Jilly schon anspruchsvollere Wegstück mit ihr gehen oder nehmen wir einen anderen Weg?

Aber so klasse, wie sie heute folgt, sichere ich sie zweifach und halte sich grundsätzlich kurz.
















So nähern wir uns langsam und vorsichtiger dem Teufelsloch.
Jilly macht dies richtig klasse und ruhig.
Die Felsen sind nass, aber sie setzt an solchen Passagen sorgfältig ihren Weg fort.


An schwierigeren Stellen - für Hunde - gehe ich vor. An anderen Stellen lasse ich ihr den Vortritt.
Der Weg ist mir aufgrund einiger Wanderungen hier recht gut in Erinnerung geblieben.

Der Regen hat zugenommen, es wird schwieriger auf dem felsigeren Boden.
So verzichte ich vorsichtshalber auf den Aufgang zum Teufelsloch.
Das wäre mir heute zu gefährlich mit der Maus.

Um Euch aber dennoch Bilder zeigen zu können, habe ich ein paar Bilder herausgekramt, auf denen ich mit meinem damals noch lebenden Rüden zum Loch selbst hochgegangen bin.


Der Aufgang zum Loch.


Der Durchbruch - das Teufelsloch.

Der Teufel suchte einst das Tal der Ahr auf und fand an Land und Leuten, vor allem aber am vorzüglichen Rotwein derart Gefallen, dass er darüber seine Heimkehr vergaß. Da näherte sich ihm eines Tages, als er auf dem Berg gegenüber der Burg Are ruhte, seine Großmutter in der Gestalt einer schönen Jungfrau. In den Armen des verliebten Teufels verwandelte sie sich schnell in die ihm nur allzu gut bekannte, widerwärtige Alte zurück. Erbost packte er die Großmutter und schleuderte sie durch die Felswand hinunter in die Hölle zurück. So entstand das Teufelsloch, das bis heute oberhalb von Altenahr zu sehen ist (Quelle).
Die Langversion der Sage findet sich übrigens hier.


Blick auf Altenburg und Kreuzberg in der Ferne.

Das heutige Teufelsloch ist durch Menschen entstanden und ein Replikat der ursprünglichen Felsformation, welche in den 1930er Jahren im Zuge eines Erdbebens zerstört wurde.


Jilly und ich gehen also weiter geradeaus und passieren diese Gedenktafel.

Bei einer Wanderung am 25.10.2015 war die Frau einen etwa 15 Meter tiefen Felsvorsprung (Aufgang zum Loch) hinabgestürzt und in der Nähe eines Wanderwegs liegengeblieben. Dort wurde sie von einer Spezialtruppe der Feuerwehr gefunden und zum Rettungshubschrauber gebracht.
Sie erlag jedoch noch am selben Abend in der Bonner Uniklinik ihren schweren Verletzungen (Quelle). 

Ich hatte schon gar nicht mehr an diesen Vorfall gedacht und stelle für mich - als ich die Gedenktafel  sehe - fest, dass ich wahrscheinlich für heute eine gute Entscheidung getroffen habe: das Teufelsloch mit Jilly nicht hinauf zu steigen.


Wenige Meter weiter bietet sich aber dann diese Aussicht für uns an, auch wenn man heute natürlich nicht viel sieht. Aber auch solche Stimmungen gefallen mir.


Jilly und ich erreichen als nächstes das Schwarze Kreuz oberhalb von Altenahr und wagen uns kurz in die Höhe - der Regen wird stärker.


Wir gehen nicht ganz an den Rand.
Zuvor sind wir auf freilaufende Hunde gestoßen und Jilly ist noch angepannt.

Immer wieder kommen wir beiden - wenn auch nur leicht - auf dem mit Felsgestein durchzogenen Waldboden ins Rutschen.
So entschließe ich mich, nicht den Weg direkt hinab in das Langfigtal zu nehmen, sondern eine leichte Variante hinab an den Ortsrand von Altenahr bei Altenburg zu nehmen.

Auf Fahrstraßenniveau angekommen geht es daher durch Altenahr zum Bahnhof, wo der Weg an dessen linken Seite von uns genutzt wird.

Auch nicht schlecht. Auch diesen Weg bin ich noch nie gegangen.


Wir passieren einen Tunnel unter der Ahrtalbahn und werden wieder ein kleines Stück in die Höhe geleitet. 


Wir passieren die Aussicht auf Altenahr und Burg Are ...


... uns sind bald schon - sicher - an der Ahr angelangt.
Am Tennisplatz geht es über die Brücke.

Wenn die Brücke über die Ahr im Langfigtal wieder aufgebaut wäre (neue Brücke kommt erst 2018), hätten wir noch die Schleife über das Langfigtal mit in die Wanderung einbezogen.
Nass waren wir eh schon. 


So bleibt uns heute, nur den Blick in Richtung des Tals zu werfen.


Nur noch wenige hundert Meter, dann durch den Tunnel nach rechts und hinein in das trockene Fahrzeug.

Hat aber dennoch Spaß gemacht und Jilly war einfach klasse!



Track, Karte und Übersicht:


Kommentare

Elke hat gesagt…
Gefällt mir sehr sehr gut!!!!
Mungo Mungenast hat gesagt…
Danke schöööööön!
Das sind wieder tolle Bilder und scheinbar eine wirklich spannende Strecke. Gerade solches Regen- und Nebelwetter liebe ich. Postkartenidylle kann ja jeder!
Das letzte Foto mit Jilly ist herrlich, dieser Gesichtsausdruck! :D
Liebe Grüße,
Mara und Abra
(die schon mal im dobermann'schen Wahnsinn beim Wandern so blöd einen Abhang runtergesegelt ist, dass ich seitdem auch sehr vorsichtig bin)
Mungo Mungenast hat gesagt…
Nebel alleine würde ja ausreichen. Regen beim Wandern brauchen wir eher doch nicht. ;-)
Da Rutschen galt es an diesem Tag zu vermeiden.

Liebe Grüße