Uferweg Laacher See

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Heute waren wir eher "klassisch" unterwegs und haben eine Rundwanderung um den Laacher See gemacht. Diese Tour verspricht viel Schatten und auch Wasser.


Ich mache es mit heute einfach und parke auf dem kostenpflichtigen Parkplatz mit Unterführung zum Kloster selbst. Derzeit liegt der Preis bei 2,- € pro Pkw.


Wir haben noch Glück. Es sind erst zwei Reisebusse vor Ort. Auf dem Uferweg selbst kommen uns zu dieser frühen Uhrzeit nur wenige andere Personen und Hunde entgegen.


Schon mal einen Blick zurückgeworfen und das Kloster etwas herangezoomt.


Der Weg führt uns jetzt in Ufernähe im Uhrzeigersinn zum Campingplatz, ...


... wobei wir auch zwei Holzstege passieren.


Wir passieren den Campingplatz und erreichen das Blockhaus Laacher See.


Anschließend wird es interessant, da wir nun über Pfade am Ufer entlang wandern.


Der ovale See ist mit rund 3,3 km der größte See in Rheinland-Pfalz und befindet sich in der Vordereifel (Osteifelvulkangebiet) in der Nähe der Städte Andernach (8 km), Bonn (37 km), Koblenz (24 km) und Mayen (11 km) nördlich von Mendig (Autobahn-Anschlussstelle der A 61, 3 km) (Quelle).


Obwohl der Laacher See oft als „das größte Maar der Vulkaneifel“ bezeichnet wird, ist er geologisch gesehen weder ein Maar noch ein Kratersee, sondern eine wassergefüllte Caldera – ein mehr oder weniger kreisrundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist. Im Laufe der Zeit kann sich ein solcher Kessel mit Wasser füllen. Der Laacher See ist in der Eifel, neben dem benachbarten Wehrer Kessel, die größte Caldera und die einzige wassergefüllte in Mitteleuropa (Quelle wie vor).


Der letzte Ausbruch des Vulkans, der diese Caldera schuf, fand etwa im Jahr 10.930 v. Chr. statt.
Er dauerte nur wenige Tage und bestand aus einer plinianischen Hauptphase, die von phreatomagmatischen Explosionen eingeleitet und auch beendet wurde (Quelle wie vor).


Blick zum Kloster auf der anderen Uferseite.


Beim Ausbruch damals wurden riesige Mengen vulkanischer Asche und Bims ausgeschleudert, welche die Gegend bis ins Rheintal bis zu sieben Meter dick bedeckte. Das Auswurfmaterial verstopfte die Talenge des Rheins an der Andernacher Pforte, der dadurch aufgestaute See erstreckte sich über das Neuwieder Becken bis in den Oberrhein. Die Flutwelle nach dem Dammbruch ergoss sich über weite Bereiche des Niederrheins (Quelle wie vor).


Eines finde ich interessant: obwohl alle unsere Dobermänner/-frauen ins Wasser gehen, ist bislang noch keine(r) in den Laacher See gegangen. Auch Jilly ändert daran nichts.






Dieser Blick, wenn es mal wieder nicht weitergeht und der Zweibeiner fotografieren will.






Ich könnte hier aber auch alle fünf Meter neue Fotos schießen.


Wir erreichen den "Unterdevonfelsen".









Und da sind sie schon zu erkennen: die Mofetten.






Aufsteigendes Kohlenstoffdioxid in der südöstlichen Uferzone des Sees (sogenannte Mofetten) zeigt auch heute noch (2016) die vulkanische Aktivität der Region (Vulkanpark). Vulkanologen und Geologen gehen davon aus, dass vom Laacher See zurzeit keine Gefahr ausgeht. Vor dem Hintergrund der langen Vulkantätigkeit in der Eifel ist die Möglichkeit eines Vulkanausbruchs jedoch nicht von der Hand zu weisen, wenngleich das nicht im Gebiet des Laacher Sees der Fall sein muss. Zwischen dem ersten Auftreten von Magma unter dem Laacher See und seinem gewaltigen Ausbruch zum Ende der letzten Eiszeit vergingen mindestens 17.000 Jahre. Gemessen an diesen langen Zeiträumen ist ein neuer Ausbruch des Vulkans innerhalb der nächsten Jahrtausende „sehr wahrscheinlich“ (Quelle).



Wir bleiben am Uferrand auf einem der Trampelpfade.





Bestimmt auch für Kinder interessant.



Ein weiterer Punkt: die Alte Burg - nicht zu verwechseln mit dem Schloß mitten im Laacher See - einer Sage nach. 

Die Sage erzählet von einem Schloss, das auf einer Insel des Laacher Sees gestanden haben soll. Darin habe ein Graf gehaust, der seine Untergebenen tyrannisch behandelte. Eines Tages versank die Insel samt Schloss und dem boshaften Grafen nach einem apokalyptischen Unwetter im See. Die Sage inspirierte Friedrich Schlegel zu seinem Gedicht Das versunkne Schloß.


Wir erreichen den Waldrand und die Sonne erwartet uns.
Schlagartig steigt die Temperatur um etwa sieben Grad Celsius (laut Garmin Tempe).


Auf dem Seegrund im Westteil befindet sich seit dem 29. August 1942 das Flugzeugwrack eines britischen viermotorigen Halifax-Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg und nahe dem Bootsverleih in Ufernähe eventuell noch ein weiteres Flugzeugwrack. Bis in die ersten Nachkriegsjahre war es noch zu sehen, bis es weiter in die Tiefe abrutschte. Die Abtei ließ am 27. April 2007 verlauten, dass bis auf weiteres wegen Explosionsgefahr etwaiger Bomben mit Langzeitzündern seitens der Verbandsgemeinde Brohltal, Niederzissen, mit Verfügung vom 30. März 2007 keine Genehmigung für Tauchen, Bootsverkehr, Schwimmen sowie Hobbyangeln für dieses Gebiet erteilt wird. Vom 2. bis 20. Juni 2008 fand unter Führung der Tauchergruppe des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz eine Tauchaktion statt, um etwaige Gefahren zu erkunden. Dabei wurden einzelne Bruchstücke der Maschine geborgen, das Wrack selbst oder Bomben jedoch nicht gefunden. Die Tauchgänge fanden unter sehr schwierigen Sichtverhältnissen statt (Dunkelheit, Schwebstoffe). Daher bleibt es unklar, ob sich Bomben im Flugzeugwrack oder in dessen Umgebung befinden. Nicht auszuschließen ist, dass sich noch Reste von Hydrauliköl und Treibstoff im Wrack befinden (Augenzeugenberichten zufolge stürzte die Maschine brennend in den See) (Quelle).


Fast schon am Ende der Wanderung erreichen wir den Delius-Tunnel.

Der Fulbert-Stollen ist ein mittelalterlicher Wasserlösungsstollen am Laacher See. Er wurde aufgefahren, um den Wasserspiegel zu stabilisieren und Land am Seeufer zu gewinnen.

Der See liegt in der Caldera des Laacher Vulkans und besitzt keinen natürlichen Abfluss. Der Wasserstand hing deshalb hauptsächlich von der Niederschlagsmenge ab und schwankte stark. Mit dem Stollen als Überlauf konnte ein Höchstwasserstand eingehalten werden.
Der 880 m lange, rund 3 m hohe und mindestens 1,30 m breite Stollen führt vom Laacher See nach Süden durch den umgebenden Bergring. Über den Laachgraben fließt das Wasser in den bis heute genutzten Laacher Mühlteich bei Mendig.
Der Stollen wurde in der sogenannten Kanatbauweise vorgetrieben, d. h. auf der abgesteckten Achse des Stollens wurden zunächst etwa 30 senkrechte Lichtlöcher bis zur vorgesehenen Sohle abgeteuft, von denen aus dann der Vortrieb jeweils in beide Richtungen erfolgte. Diese Technik war schon den Römern nachweislich bekannt.


Der Stollen verbrach Mitte des 13. Jahrhunderts und wurde unter Abt Dietrich II. von Lehmen wiederaufgewältigt, wie aus erhaltenen Rechnungen bekannt ist.
Nach der Säkularisation des Klosters 1802 verfiel der Stollen. Zwischen 1840 und 1845 ließen die Familien Delius und von Ammon, die damaligen Eigentümer des Klosterguts und des Sees, parallel einen etwa 5 m tiefer liegenden und 1060 m langen Stollen (Delius-Stollen) treiben, wobei der Fulbert-Stollen zum Teil mit dem Haufwerk versetzt wurde. Die Fläche des Sees nahm durch die Absenkung des Wasserspiegels um 48 Hektar ab.
Vom Fulbert-Stollen ist heute übertage nichts mehr zu sehen. Das ursprüngliche Mundloch lag südlich des heutigen Mundlochs (Delius) in der Obstplantage. Über den jetzigen ist der alte Fulbert-Stollen noch in kleinen Teilen begehbar (Quelle).


 

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu Parkplatz.


Mit einem letzten Blick auf das Kloster von dieser Seite aus, steigen wir in den Wagen und treten die Heimreise an.


Weitere Wanderungen am Laacher See:

> Laacher See und Steinlehrpfad (10 km)
> Geo-Route L (15,3 km)
> Naturfreundeweg (14,9 km)
> Traumpfad Pellenzer Seepfad (15,9 km)


Track, Karte und Übersicht:

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