Rund um die Wingertsbergwand


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Da mir aufgefallen war, dass ich bislang noch nicht die Wingertsbergwand gesehen hatte, hatte ich gestern noch schnell einen Rundweg gebastelt, der mich dorthin und drumherum führen sollte.






Wir parken am Mitfahrerparkplatz direkt an der Ausfahrt der A61 in Mendig (Laacher See) an der L113. 




Leider führt ein Teil des Weges direkt an der Autobahn entlang, was die Wanderung ein wenig "laut" werden lässt.




Doch bald schon werden wir in die Höhe geleitet und werfen einen ersten Blick in den inzwischen unter uns liegenden Abbau von Bims und Tuff.




Wir folgen der Straße (auf welcher wir allerdings auch wieder zurück müssen) hinauf zum Geopark.



Diesen Punkt haben wir dann aber schnell erreicht.
Es handelt sich um eine Station des Vulkanparks.


Vor ca. 12.900 Jahren brach der Laacher-See-Vulkan - ca. zwei Kilometer nördlich der heutigen Wingertsbergwand - innerhalb weniger Tage aus.
Lediglich die Endphase zog sich wahrscheinlich über mehrere Monate hin (Quelle). 
Der gewaltigste Vulkanausbruch der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa schleuderte ca. 6,5 km³ vulkanisches Material aus, wobei der Ausbruch nicht gleichförmig, sondern höchst komplex verlief. Die unterschiedlichen Ausbruchs-mechanismen führten zu unterschiedlichen Ablagerungen vulkanischen Gesteins und sind heute am Aufschluss der Wingertsbergwand sichtbar (Quelle).


Die untersten Ablagerungsschichten enthalten Partikel, die beim Durchschlagen der Erdoberfläche mitgerissen wurden, wie Schotter, Tone, Basalte älterer Vulkankegel und Holzkohle entwurzelter Bäume (Quelle).

In der plinianischen Hauptphase stieg zunächst eine Eruptionssäule bis zu 30 Kilometer hoch und führte zu Fallablagerungen von Bims, auch „Fallout“ genannt. Die Bimsschicht ist immer wieder von Bomben von bis zu 4 Meter Durchmesser durchsetzt, da die Eruption ältere Lavastrome durchbrach und das Gestein bis zu 2 Kilometer weit durch die Luft schleuderte (Quelle).
Es folgen dunkle, fremdgesteinsreiche Bänder mit Schiefer, die darauf hinweisen, dass sich die Eruption verändert hatte: Die Kraterwände waren eingebrochen und der Schlot verlagerte sich. Im weiteren Verlauf entstanden Glutlawinen, pyroklastische Ströme, die für helle Ablagerungsschichten, Ignimbrite, verantwortlich sind (Quelle wie vor).

In Talniederungen, wie dem Krufter Bachtal, erreichten die Ablagerungen der Glutlawinen eine Mächtigkeit von rund 30 Metern. Es folgte die höchste plinianische Eruptionssäule des gesamten Ausbruchs. Die Säule stieg mehr als 30 Kilometer in die Höhe und förderte besonders große Mengen an Bims (Quelle wie vor).


Die Fallablagerungen sind als sogenannte „Autobahn“, eine auffallende regelmäßige Doppelschicht von Fallablagerungen, an der Wingertsbergwand sichtbar (Quelle w. v.).

Nach einer längeren Pause folgte die Endphase des Ausbruchs, die wahrscheinlich mehrere Monate andauerte. Wiederholungen von phreatomagmatischen Eruptionen mit Base Surges und Glutlawinen führten zu über 15 Meter mächtigen, dünenartigen grauen Ablagerungsschichten (Quelle w. v.).



Es geht den Weg nun zurück bis wieder an die Autobahn, wo wir uns links halten und vor der zweiten Fußgängerbrücke der A61 links hinauf gehen.




So blicken wir oberhalb in die Ferne in Richtung Kruft etc..




Ein schmaler Pfad führt uns etwas steiler in die Höhe und oben an der Bank links.



Bald haben wir das "Scharfe Knüppchen" - eine Erhöhung - erreicht und können auch den Laacher See in der Ferne sehen.




Wir halten uns nach links zur Laachermühle und gelangen so wieder an den Mitfahrerparkplatz.










Fazit:

Interessante geologische Besonderheit.
Der Weg ist nichts Besonderes und leider in Teilbereichen aufgrund der Autobahn sehr laut.
Insofern müsste tatsächlich jeder für sich entscheiden, ob ihn das stört oder nicht.


Kleines Video zur Wanderung, insbesondere Wingertsbergwand:



Track, Übersicht, etc.:

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