Dedenbach Rundweg 2

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Heute stand mir mal nicht der Sinn nach dem Ahrtal.
Also schnappte ich mir die Hündin und es ging nach Dedenbach, um dort den örtlichen Wanderweg De 2 zu erwandern, der unter anderem am Rodder Maar und dem Königssee vorbeiführt.




Das wäre das Wegekennzeichen - wenn es auf dem gesamten Weg nicht nur ein einziges Mal gesichtet worden wäre (Namenszusatz nachträglich für dieses Foto digital eingebracht).

Also wird es eine GPS-Tour.



Wir parken auf einem der beiden "Wanderparkplätze" im Ort Dedenbach selbst und gehen hernach diese Straße hinab.









In dem Ort entstanden nicht vor dem 12. Jahrhundert größere geschlossene Siedlungen – vergleichsweise spät. Davor hat es dort, ähnlich wie in den Nachbarorten Vinxt und Schalkenbach, nur wenige Siedlungs- und Hofanlagen aus der römerzeitlichen und fränkischen Ära gegeben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dedenbach in einer Urkunde vom 25. Juli 1309 von Gerhard Burggraf von der Landskron (Quelle).








Schnell haben wir den Asphalt hinter uns gelassen und gehen über die Felder weiter.


Es geht jetzt längere Zeit in die Höhe, wobei wir hier einen Blick hinab nach Dedenbach werfen.

Ok. Zumindest ich werfe den Blick hinab. ;-)




Zweieinhalb Kilometer nach Beginn der Wanderung haben wir bereits das Rodder Maar erreicht.









Das Rodder Maar, das im Lauf seiner Geschichte ein Wechselspiel von Bewässerung und Trockenlegung, landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Nutzung erlebte, ist von 1996 bis 1999 renaturiert worden. Seitdem ist das südwestlich von Rodder gelegene Maar mitsamt seiner Flora und Fauna zu einem beliebten Naherholungsziel geworden, das den Erlebnis- und Erholungswert des Brohltals gesteigert hat. Unter anderem haben sich dort Kiebitze und Stockenden sowie Grau- und Silberreiher angesiedelt. 

Vor rund 100.000 Jahren entstand ein trichterfoermiger Kessel, der sich nach und nach mit einer bis zu 15 Meter dicken Tonschicht füllte und damit wasserundurchlässig wurde. Ob das Maar vulkanischen Ursprungs ist, ist ebenso wenig bewiesen wie die Behauptung, das Maar habe seinen Ursprung einem Meteoriteneinschlag zu verdanken.
Jahrhunderte lang wurde das Maar von der Herrschaft auf Burg Olbrück als Fischteich genutzt. Bis etwa 1800. In der darauffolgenden Zeit ist das Maar immer wieder entwässert und urbar gemacht worden, um Feldfrüchte anzubauen. Besonders in Notzeiten wie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg legte man das Maar trocken, um Weideland zu gewinnen. Gegen 1960 hat man im Maar wasserziehende Fichten angepflanzt und so das trocken gelegte Maar aufgeforstet. Doch mit zunehmendem Wachstum und Kronenschluss der Fichten wurde der Boden beschattet und durch Rohhumusbildung versauert. Die seltenen Pflanzen- und Tierarten, die dort vor der Trockenlegung heimisch waren, gingen nach und nach zurück. Deshalb beschloss man, das Maar wieder zu renaturieren. 

So wurde der größte Teil der Fichten 1996/97 gefällt. Nach einem sehr feuchten Herbst und Winter 1999 hat sich das Maar wieder erholt und bietet heute eine Wasserfläche von fünf bis sechs Hektar Größe. Viele der seltenen Feuchtland gebundenen Pflanzen und Tiere haben sich wieder angesiedelt (Quelle). 








Irgendwie ist der Herbst "schlagartig" angekommen.







Am Uferrand des Rodder Maares.




Noch ein letzter Blick auf das Maar und wir setzen unseren Weg in Richtung des Königssees fort.



Bei Sonnenschein natürlich viel schöner: die Aussicht auf den Bergfried der Burg Olbrück und die Berge und Landschaften im Umkreis.




Da hier in Teilbereichen unter anderem auch die Eifelleiter  vorbeiführt, sind ein paar Bänke und Schaukeln mehr hinzugekommen.





Unser nächstes Ziel ist schnell erreicht: der Königssee.









Der Königssee entstand durch Menschenhand. Die Einheimischen in Oberdürenbach und Umgebung sprechen noch heute vom „Steimerich“ (Steinberg), wenn sie den Königssee meinen. Der „Steimerich" war die tertiäre Domkuppe des Basaltvulkans Steinberg. Bis ins Jahr 1943 baute die Steinhandel Rauen AG aus Mülheim an der Ruhr dort im Tagbau Säulenbasalt ab. Dabei entstand ein kraterförmiger Trichter. Beim Abbau wurden zwei unterirdische Quellen freigelegt, die täglich bis 30 Kubikmeter Wasser lieferten, das morgens herausgepumpt werden mussten. Als der Steinbruchbetrieb im Jahr 1943 eingestellt wurde, füllte sich der Trichter allmählich mit Quellwasser. Heute hat der See eine Länge von 180, eine Breite von 80 und eine Tiefe von bis zu 30 Meter sowie eine Oberflächengröße von rund einem Hektar (10.000 Quadratmeter). Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurde in dem See gebadet. In den 1950er-Jahren wurde das Gelände an die Firma Horst & Jüssen verkauft. Heute gehört der an der touristisch wichtigen Geo-Route "Olbrücker Burgpanorama" liegende See einem Geschäftsmann aus dem Kreis Mayen-Koblenz (Quelle).







Nun geht es wieder in Richtung Dedenbach.

Dieser Weg führt übrigens zu einem Gehöft.




Auch hier könnte man mehr sehen, wenn das Wetter besser gewesen wäre.




Schon sehen wir Dedenbach vor uns liegen und nähern uns wieder auf Asphalt.

Im Ort und auf dem Weg findet sich auch eine Gastronomie:
Leo`s Schmiede.




Noch ein kurzes Stück den Berg hinauf und wir sind wieder am Start- bzw. Endpunkt der Wanderung angekommen.









Fazit:

Kurze, aber nette Wanderung, die ihren Reiz erst Recht bei schönem Wetter offenbaren dürfte.
Die Wegekennzeichnung ist nicht mehr vorhanden, so dass sich das Mitführen einer Karte oder des digitalen Tracks empfehlen dürfte.

Wer diese Wanderung verlängern möchte, dem sei diese Runde von mir empfohlen:
Rodder Maar und Königssee.


Track, Übersicht etc.:

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