Bergbau und Eifelblicke

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Da sich das Wetter heute besser darstellte, als es vorhergesagt wurde, habe ich auf eine Rundwanderung zurückgegriffen, die seit Juni letzten Jahres auf der "To-Do-Liste" steht.

Seinerzeit hatten wir dem Bergbaumuseum Mechernich einen Besuch mit Führung durch die Grube Gönnersdorf abgestatten (Ausflug zum Bergbaumuseum). Dabei wurde ich dann wahr, dass es dort auch den "Bergbauhistorischen Wanderweg" gibt.

Und dieser sollte es heute werden.





Praktisch: der Wanderparkplatz befindet sich auch direkt am Bergbaumuseum auf der Bleibergstraße in Mechernich.

Immer wieder werden wir auf der Wanderung auf Schilder mit Gefahrenhinweisen stoßen.

Die meisten Stellen sind entsprechend abgesichert.

Wer die Führung durch die Grube Gönnersdorf besucht hat, kann sich gut vorstellen, warum dies so ist.


Wir folgen - bis auf einen extra Schlenker - den Hinweisschildern des A1, der den besagten Wanderweg markiert.

Der A2 ist der Panoramaweg, der sich ein gutes Stück des Weges mit dem A1 teilt.


Immer wieder haben wir Waldstücke, gerade zu Beginn.

Allerdings ist auch der Asphaltanteil nicht unerheblich.

Die Beschilderung ist jedoch vorzüglich.

Ein kleiner Abstecher führt uns zum "Langer Emil", dem bis zur Sprengung 1961 höchste Kamin Europas während der Bauzeit.

Es blieb nur noch der Kaminfuß erhalten.

Die Ruine ist aus gefahrenabwehrenden Gründen nicht zugänglich.


Wir halten uns nun hinab zum sichtbaren "Bleidenbendener Weiher", der während der Bergwerkszeit als Wasserreservoir für die Aufbereitung des gewonnenen Haufwerkes angelegt wurde.

Als nächstes passieren wir die Stelle des "Ehemaligen Forsthauses".

Etwas später folgt die nächste Besonderheit: der "Große Eindicker".

Das zu Staub zermahlene Haufwerk wurde hier mit Wasser vermengt.

Die Bezeichnung „Haufwerk“ stammt aus dem Bergbau, wo die in Haufen geschichteten, aus dem Bergwerk herausgebrochenen Gesteinsbrocken gemeint sind, die keine verwertbaren Anteile enthalten - taubes Gestein (Quelle).


Derzeit finden auf dem Weg recht viele Baumfällarbeiten statt, so dass der Weg recht matschig war.

Wir passieren das "Spülfeld", bei welchem einst das vom Bleierz befreite Sand-Wasser-Gemenge nach der Erztrennung aufgespült wurde.

Der Sand setzte sich ab, das Wasser floß weiter in den Buchholzer Weiher.



Mit einem auschilderten Abstecher gelangen wir zum "Buchholzer Weiher", einem urspünglich künstlich angelegten Wasserbassin.

Kurze Zeit später verlassen wir den urspünglichen Rundweg für einen extra Schlenker. Wir kommen jedoch später keine 100 Meter  von selbigem entfernt wieder drauf, so dass wir auch keine Besonderheit verpassen.

Hier leider nicht zu erkennen: in der Ferne ist das Radioteleskop Stockert bei Bad Münstereifel zu erkennen.


Vorbei am Landgasthof Josefshöhe und für etwa 20 Meter Wegstrecke leider auf der Fahrstraße zwischen Bergheim und Lorberg geht es wieder hinauf zum "Eifel-Blicke Galgennück" mit Sicht u. a. auf das Kraftwerk Weisweiler, Veybachtal, Siebengebirge und die Hohe Acht.
Eifel-Blicke Galgennück




Zurück führt uns der Weg zur Ansiedlung Unterurholz und kurz hinter dem letzten Hof wieder auf einen Abstecher des Rundweges.


Am Bleiberg werfen wir einen Blick auf den "Tagebau Kallmuther Berg", die letzte Abbaustätte vor Schließung des Bergwerks am 31.12.1957.

Mit Kammersprengungen wurde das damals neueste Verfahren in der Tagebautechnik genutzt.




Am Funk- / Sendemast drehen wir vorbei und kommen wieder zurück auf den eigentlichen Rundweg, der uns nun links hinab führen wird.


Vorbei an der jetzigen Mülldeponie und dem ehemaligen "Revier Virginia", dem "Revier Resshecke" und dem "Bachrevier", geht es fast kerzengerade nunmehr nur noch über Asphalt weiter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Nach Passieren der "Vorbrecheranlage" geht es weiter.


Wir treffen auf den "Alter Schafbergschacht / Malakow-Turm", dem letzten erhaltenen Schachtbauwerk dort. Er wurde auf 132 Meter getäuft und ist - verständlicher Weise - nicht öffentlich begehbar.


Wir passieren noch die Überreste der "Bleihütte", in welcher das Blei geschmolzen wurde. Es sind jedoch nur noch wenige überwucherte Mauerreste vorhanden.

Noch vorbei an einer Einrichtung der Bundeswehr und wir sind am Ausgangspunkt der Rundwanderung angekommen.


Übersicht Entfernungen zu Besonderheiten



Fazit:

Irgendwie hat er mir wirklich gefallen.
Auch wenn viele Bauwerke nicht mehr vorhanden sind, der Asphaltanteil schon höher ist (besonders das letzte Stück) und es stellenweise etwas "langweiliger" wurde, ist er mir haften geblieben.
In Verbindung mit einem Besuch des Bergbaumuseums und auch der Führung in der Grube ist er eine Empfehlung wert.
Hunde können natürlich nicht an der Führung teilnehmen. Insofern müsst Ihr selbst entscheiden, ob ihr sie im Fahrzeug mit ausreichend Belüftung und Wasser für diese Zeit alleine lassen könnt.

Track, Übersicht, Wegbeschreibung etc.:

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