Das Auge Gottes


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JE SUIS FRANCE

Paris 13.11.2015



  
Um auf andere Gedanken zu kommen, habe ich heute beide Hunde eingepackt und bin nach Kalenborn im Landkreis Neuwied gefahren.
Dort hatte ich - dank Internet - eine Wanderstrecke gefunden, die ich allerdings ausbauen wollte.






Der Startpunkt liegt in Kalenborn.
Diesmal jedoch nicht im Kreis Ahrweiler, sondern im Landkreis Neuwied.


Wir laufen zunächst die im Internet gefundene Strecke nach, die uns zum Basaltbruch Asberg führt.

Wir machen einen Abstecher über die Sackgasse, da ich mir eine Aussicht in den Bruch erhoffe.

Diese ist jedoch nicht zu finden.

So geht es jetzt - wie die meiste Zeit - auf einer sogenannten "Wanderautobahn" weiter.

Ok. Gestern hat es noch geschüttet, von daher ist es heute vielleicht gar nicht mal so schlecht, auf mehr oder weniger trockenen Wegen unterwegs zu sein.

Zumal meine Schuhe so langsam den Geist aufgeben.


An Besonderheiten mangelt es wahrlich auf diesem Weg.

So muss auch schon mal dieses Wasserhäuschen im Wald ...



... aber auch dieser Baumstumpf herhalten.

Noch sind wir auf dem offiziellen Wegstück unterwegs.

Ausschilderung?
Keine Spur.



Es geht weiter in Richtung des Leyberges; zwar führt ein Pfad hinauf, allerdings ist alles zugewachsen und eine Aussicht nicht möglich.



Manchmal sind wir nicht sicher, ob wir noch auf dem Weg sind.
Das viele Laub verdeckt die Sicht auf den Boden unter uns.

Es passt aber.



Für ein kurzes Stück gehen wir gemeinsam auf den Rheinhöhenweg und dem Rheinsteig entlang ...




... was auch die Wegekennzeichen an den Bäumen unterstreichen.




Wir passieren diese lebensgroße Holzfigur ...



... und direkt dahinter findet sich das "Auge Gottes" - ein kapellenähnlicher Bildstock, der vermutlich zwischen 1870 und 1880 erbaut wurde.







Ich verlassen den ursprünglichen Track, da wir ansonsten keine wirklich lange Strecke mehr zu gehen hätten und die Strecke bislang nun wirklich keinen hinter dem Ofen hervorlocken konnte.

So verlängere ich den Weg bis hin nach Bruchhausen, um dorthin auch den Scheitelpunkt der Wanderung hinzulegen.

So geht es oberhalb der Kasbachtalbahn wieder in Richtung Kalenborn.





Jetzt allerdings mache ich einen Fehler in der weiteren "ad hoc - Wegplanung":
ich folge dem Schild mit dem Hinweis auf die Kasbachtalbahn und die (Steffens-)Brauerei.


Und jetzt beginnen die "Probleme".

Zwar zeigt mir ein Schild den Weg rechtsseitig der Schienen nach Kalenborn, aber der ist nicht zu finden.
So folgen wir dem wahrscheinlichsten Weg; einem Pfad, der auch verzeichnet ist.




Der Weg führt uns parallel zu den Gleisen, so dass ich vermute, dass wir richtig sind.
Ab und an finden sich Wegmarkierungen an den Bäumen.
Allerdings führt uns der Weg im späteren Verlauf weg von den Gleisen und nur noch auf Sackgassen.

Es folgt die Überlegung, etwa vier Kilometer zurückzugehen, oder sich einen Weg durch das Dickicht zu bahnen, weil ich in der Ferne einen Weg erkennen kann.
So entscheide ich mich für das Dickicht, welches wir aber gut durchqueren konnten.

Wir gelangen jetzt erneut an die Gleise, allerdings geht es auf der anderen Seite rechts steil den Abhang hinunter.
Für vierpfotigen Antrieb kein Problem - wie ich feststellen kann.
Die zwei haben Spaß in Tüten.

Ich allerdings rutsche gewollt auf der rechten A...backe den Hang hinunter und sehe auf einmal, wie sich mein Outdoorhandy selbstständig macht und immer weiter den Hang herunterpurzelt.
Tausend Sträuche. An keinem bleibt es liegen. Es verschwindet aus meinen Augenwinkeln.

Innerlich fluchend, dass ich es in dem ganzen Laub nicht wiederfinden werde und mit dem Gedanken, dass ich mal eben 160,- € in den Wind geschossen habe, mache ich mich - unten angekommen - auf die Suche.

Glück gehabt. Da liegt es seitlich und leuchtet mich orange an. Puh.
Ok. Mein Survivalmesser liegt dafür irgendwo im Hang. Da gehe ich jetzt aber nicht mehr hoch.

Noch einen Hüpfer über den Kasbach und wir sind wieder auf dem richtigen Weg.

Wären wir nicht dem Abzweig "Brauerei" gefolgt, sondern geradeaus gegangen, wären wir jetzt auch dort, wo wir uns jetzt befinden.

Blöd gelaufen.






Jetzt können wir auch problemlos den Wegeschildern des Kasbachtals folgen.

Tolle Wurst.


Ich stelle fest, dass aus den eigentlich nur knapp 11 Kilometern einiges mehr wird.

Aber Draga scheint keine Probleme zu haben. Ab und an hat sie Schwierigkeiten mit der Hüfte.



Parallel zu unserem Weg führen rechts die Gleise der Kasbachtalbahn entlang.




Ein weiteres Mal überqueren wir die Gleise, diesmal jedoch über eine Brücke drüber.




Die letzte Brücke, allerdings über den Kasbach.




Die schwingt aber recht merklich beim Drübergehen.

Bald haben wir wieder den Parkplatz nach knapp 17 km Wanderung.



Fazit:

Eine Wanderung, die keiner braucht.
Damit meine ich nicht "den falschen Weg", das war ich ja selber Schuld.

Es geht langweilig auf Wanderautobahnen durch den Wald hindurch. Vom Basaltbruch Asberg ist nicht wirklich etwas zu sehen. Der Leyberg bzw. die Aussicht von dort oben ist zugewachsen.

Nett ist das "Auge Gottes" anzusehen und vielleicht noch das Teilstück des "Kasbachtalbahnweges".
Das war es aber auch schon.
Egal. Hauptsache bewegt.


Track (mit falschem Weg), Übersicht etc.:


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