Von Ruinen, Felsen und Vulkanen

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Auch heute hat das Siebengebirge wieder nach mir gerufen und ich bin diesem Ruf mit dem Rüden gefolgt.
Eigentliches Ziel sollte die Aussicht auf den Basaltbruch am Weilberg werden, so dass ich eine Strecke drumherum gebastelt habe - wobei ich einige dieser Eckpunkte bereits früher erwandert / besucht habe.

Es ging von der Klosterruine Heisterbach über den Basaltbruch des Weilbergs als nächstes zum Latitbruch des Stenzelberges, von dort aus zur Burgruine Rosenau und hinauf auf den Nonnenstromberg.
Über den Petersberg ging es dann wieder hinab nach Heisterbach.




Wir parken am Parkplatz an der Abteil Heisterbach, gehen aber noch nicht in die Klosterlandschaft hinein.

Dies heben wir uns für den Rückweg auf.



Wir gehen heute im Uhrzeigersinn auf Wanderschaft und überqueren somit vorsichtig die L268 und folgen dem Wegweiser zum Weilberg, einem stillgelegten Steinbruch, der uns einen Einblick in den Gesteinsaufbau des ehemaligen Vulkans Siebengebirge ermöglicht.


Vor etwa 30 Millionen Jahren begann die vulkanische Tätigkeit mit einem gewaltigen Aschenregen. Magma drang in den Tuff ein und brannte ihn in einer rot gefärbten Kontaktzone; der Tuff wurde aufgewölbt und an Verwerfungen versetzt (Quelle). 

Abschließend stieg nochmals Lava auf. Ein junger Basalt durchsetzt den älteren als schmaler Lagergang und verbreitert sich im weichen Tuff. Die Oberfläche des Vulkans ist nicht mehr erhalten, durch lang anhaltende Erosion wurde ein großer Teil von Tuff und Basalt wieder abgetragen. Über dieses Plateau floss im Pleistozän (Eiszeit) der Rhein hinweg (Quelle wie vor).




Uns zieht es nun wieder zum Stenzelberg, an welchem Latit abgebaut wurde.


Geologisch handelt es sich beim Stenzelberg um eine Quellkuppe aus dem vulkanischen Gestein Latit, wobei das aufsteigende Magma die Erdoberfläche nicht erreichte, sondern im umgebenden Deckgestein aus Tuff stecken blieb. Durch Erosion wurde der weichere Tuff später abgetragen und das härtere Latit freigelegt (Quelle).

Im ehemaligen Steinbruch am Stenzelberg wurde Quarz-Latit abgebaut, ein vulkanisches Gestein aus der Tertiärzeit. Der Quarz-Latit ist Teil des heute zu großen Teilen erodierten Siebengebirgsvulkans, der im späten Oligozän entstand. Der Quarz-Latit besteht vor allem aus Feldspat, Quarz und auffallenden, bis mehrere Zentimeter großen, schwarzen Einsprenglingen von Hornblende (Quelle).


Hierbei handelt es sich um Kristalle, die sich in einer tiefgelegenen Magmenkammer bei langsamer Abkühlung der Schmelze ausschieden und die bei deren Empordringen dann mitgenommen wurden (Quelle wie vor).




Uns zieht es jetzt weiter zur Burgwüstung Rosenau ...





... wobei wir am Einkehrhaus Waidmannsruh entlanglaufen.




Die nächsten dreihundert Meter geht es nun aufwärts.





Auch komplett nebelige Umgebung kann mystisch sein.



Und schon stehen wir an der Schwelle zur Anderwelt im Nebel ...

... nee. Obwohl: es würde mich nicht wundern, wenn ...



In einer Urkunde vom 27. Februar 1222 werden die Burganlage Rosenau und ihr damaliger Besitzer Dietrich erstmals erwähnt (Quelle).



Mit einem Schlenker geht es zurück bis fast an das Einkehrhaus.

Allerdings halten wir uns links in Richtung des Nonnenstromberges.


Auch heute faszinieren mich wieder  die unterschiedlichen Wegbeschaffenheiten. Es ist fast alles dabei: wenig Asphalt, breitere Waldwege, aber auch viele schmale Pfade.




Der Rüde bewegt sich aufmerksam vor mir her, bis wir an den Gipfel gelangen.

 
Der Nonnenstromberg ist der Nachbarberg des Petersbergs. Dadurch lässt sich auch der Name  ableiten: der Petersberg ist auch unter dem Namen „Stromberg“ bekannt. Diverse Sagen erzählen von Nonnen und Klausnerinnen, die auf dem Berg während der Kreuzzüge Schutz suchten (Quelle).




Und wenn wir ja schon in der Nähe sind, folgen wir den Wegekennzeichen des Rheinsteiges hinauf zum Petersberg, wo sich auch die Ruinen einer fünfschiffigen mittelalterlichen Kirche.


Große Bedeutung für die deutsche Nachkriegsgeschichte erlangte der Petersberg als Sitz der Alliierten Hohen Kommission von 1949 bis 1952, die sich aus den höchsten Vertretern der westlichen Siegermächte in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zusammensetzte (Quelle).


Von 1955 bis 1969 und wieder seit 1990 dient das Grandhotel auf dem Petersberg als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland, das in unregelmäßigem Abstand Stätte von nationalen wie internationalen Konferenzen ist (Quelle wie vor).



Worauf wir heute allerdings bei dieser Nebelsuppe verzichten müssen ist die schöne Aussicht hinab in das Rheintal.

Es ist nichts zu erkennen ;-) .

Unser Weg führt uns nun hinab zur Klosterlandschaft Heisterbach, wo wir das obligatorische Foto "Hund vor Chorruine" fertigen und uns hernach wieder zum Parkplatz bewegen.

Ein Besuch der Klosterlandschaft ist für Interessierte unbedingt zu empfehlen.

Fazit:

Kurzweilig, sehr interessant und auch bei Nebel eine klare Empfehlung - ok. Bis auf die Aussichten ;-).

Auf der Suche nach Textquellen habe ich dann auch gesehen, dass eine weitere Wanderteufelin exakt die gleiche Tour gegangen sein dürfte.
Schaut daher auch gerne einmal hier hinein: Fotografische Reisen und Wanderungen.

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