Ausflug Fototag Ausweichsitz NRW


Diesmal wurde es keine Wanderung mit den Hunden - es ging zum ehemaligen Ausweichsitz des Landes NRW nach Urft.

An bestimmten Terminen finden dort sogenannte "Fototage" statt.

Zitat: "An Fototagen öffnet der ehemalige Atombunker der Landesregierung NRW seine Türen einen ganzen Tag lang nur für Fotografen. Die unterirdische Festung des Kalten Krieges bietet vielfältige Szenen wo sowohl Profis als auch Hobbyfotografen ihre Motive finden."

Das Programm

"Der Tag beginnt mit einer zweistündigen Führung, in der Sie in die Rolle der Bunkerbesatzung schlüpfen und mit der Geschichte und den Funktionen der ca. 100 Räume vertraut gemacht werden. Anschließend laden wir zum Brunch, wo Sie Gelegenheit haben, sich aufzuwärmen und auszutauschen. Danach sind Sie frei, sich im Bunker zu bewegen und nach Ihren Vorstellungen zu fotografieren. Es besteht inbesondere die Möglichkeit Räumlichkeiten zu begehen und zu fotografieren, die normalerweise nicht zugänglich sind. Am Nachmittag laden wir nochmal zu einer kleinen Kaffeepause und der Tag endet am frühen Abend."

las sich ebenfalls sehr interessant, so dass ich zusammen mit einem befreundeten Fotografen (Haar/Photodesign Ralph Brinkmann) den Termin am 11.10.2015 buchte.

Nachfolgend meine persönliche fotografische "Ausbeute" - Motive gibt es jedenfalls genug.








Teil des Szenarios.











Der Ausweichsitz Nordrhein-Westfalen war ein geheimer Atombunker in Kall-Urft, Kreis Euskirchen (Quelle).



Bei einem Atomkrieg sollten darin der Ministerpräsident und 200 Experten Schutz suchen und die Regierungsgeschäfte weiterführen (Quelle wie vor).
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Gegenüber der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften wurde dessen Funktion mit dem Namen Warnamt Eifel verschleiert (Quelle w. v.)




Mit den Planungen wurde 1962 begonnen (Q.w.v.).




Der Komplex ist etwa 1.000 m² groß, er misst 35 × 29 × 16,2 Meter (Q.w.v.).



Der Eingang befindet sich getarnt in einer Doppelgarage eines "zivilen" Wohnhauses am Ortsrand von Urft (Q. w. v.).




Der Bunker wurde zu Betriebszeiten stets geheim gehalten (Q.w.v.).




Den Bewohnern der Umgebung wurde erklärt, es handele sich um ein Wasserwerk oder um ein Warnamt (Q.w.v.).



Als Tarnmaßnahme wurden die an der Oberfläche befindlichen Teile grün gestrichen bzw. mit Rollrasen abgedeckt und anschließend mit Bäumen bepflanzt (Q.w.v.).



Im Jahre 1993 wurde der Bunker aufgegeben und an einen privaten Eigentümer, den Schwiegersohn des Bunker-Hausmeisters, verkauft (Q.w.v.).



Eine Besichtigung des im Ursprungszustand erhaltenen Bunkers, welcher heute eine Dokumentationsstätte ist, ist nach Voranmeldung möglich (Q.w.v.).


Beim Bau des Bunkers grub man ein mächtiges Loch in den Berg, dann wurde eine gewaltige Stahlarmierung montiert, bevor schließlich die Außenhaut aus drei Meter dickem Beton gegossen wurde (Quelle).




Das Innere der Anlage ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, noch im Alarmzustand des Kalten Krieges erhalten (Quelle wie vor).




Mit dem Bunker der Landesregierung war es nicht anders als mit der Dienststelle Marienthal.


Irgendwann mussten die Untergangs-Planer einsehen, dass es nicht möglich ist, atombombensichere Bauwerke zu schaffen, es sei denn, man würde sie Hunderte Meter tief unter die Erde vergraben (Q. w. v.).



So verlor denn auch mit der Auflösung des Warschauer Paktes diese Art von Schutzeinrichtung jede Bedeutung (Q. w. v.).




Das Nachtlager des Ministerpräsidenten hat man stehen lassen. In einem Raum, dessen Wohnqualität weit unter Jugendherbergsniveau liegt (Q. w. v.).. 


Es sind einzigartige Zeitdokumente, die im Bunker erhalten geblieben sind: Das Fernmeldesystem und die Drehscheiben-Telefone, die beiden massiven Schiffdieselgeneratoren und die Luftfilteranlagen - alles Originalstücke aus den sechziger Jahren, sie alle sind noch funktionstüchtig (Quelle).




"Es muss das größte Ziel aller Regierungen sein, alles zu tun, um den Atombunker nie betreten zu müssen."

Quelle wie vor. 






Fazit:

War wirklich interessant und hat Spaß gemacht, dort zu fotografieren.
Insgesamt waren etwa 45 Fotografen an diesem Tag vor Ort, die in drei Gruppen die Führung bestritten.
Im Bunker selbst verteilten sich diese jedoch und es gab keinen Raum, der nicht im Laufe des Tages auch für einen selber frei zu nutzen war.
Das ganze mit lockerer Verpflegung für 30,- €: Empfehlung! 

Hunde sind natürlich nicht zugelassen.


Ausrüstung:

Natürlich hat jeder seine eigenen Vorlieben für die Fotos und dementsprechend sollten auch die Objektive ausgewählt werden.

Dabei hatte ich - neben der Hauptkamera Sony Alpha 77 Mark 2 - folgende Ausrüstung:
- Stativ (in den dunkleren Räumen einfach Pflicht)
- (rattenscharfes) Makroobjektiv Minolta 100 mm / 2,8 / Makro 1:1
- leichtes Zoom 17-50 mm / 2,8
- Weitwinkel 10-20 mm / 3,5
- Minolta 50 mm / 1,4

Die meisten Aufnahmen sind mit dem Makro- bzw. dem Weitwinkel geschossen worden.



 

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