Eifelblicke am Michelsberg


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Für den heutigen Tag wurden wieder höhere Temperaturen vorhergesagt.
Ein Abgleich mit den Vorhersagen führte heute dann dazu, dass wir recht früh unterwegs waren und eine recht waldlastige Rundwanderung ausgewählt haben.

Diese habe ich bei NaturAktivErleben gefunden: Wanderung mit Schutzheiligen / Dicke Tönnes und Michelsberg.





Aufgrund unserer Anfahrtstrecke habe ich den Startpunkt auf den sehr großzügig bemessenen Wanderparkplatz auf der L234 am Dicke Tönnes gelegt.

So gelangen wir nach wenigen Metern schon zur gleichnamigen Kapelle.


Die Kapelle Decke Tönnes ist ein viel besuchter Wallfahrtsort. Verehrt wird der Eremit St. Antonius, der heute als Schützer des Waldes und der Tiere geachtet wird.








Eine Infotafel informiert uns:
"Die in diesem Kapellchen stehende Holzfigur des heiligen Antonius von Ägypten wird daher "Decke Tönnes" genannt, weil sie überlebensgroß ist und, bevor die Kapelle um 1900 errichtet wurde, frei auf einem hohen Sockel stand.
Der Sage nach soll ein Handelsjude oder ein Bauer aus der Umgebung die Kapelle als Erfüllung eines Gelübdes erbaut haben. Nach Angaben des Restaurators Brühl, der vor einigen Jahren die Plastik in Auftrage der Pfarre Effelsberg aufarbeitete und fehlende Teile ersetzte - die linke Hand mit der Bibel und den Hirtenstab mit den beiden Glöckchen - wurde sie im späten Mittelalter (15./16. Jahrhundert) wahrscheinlich im Kloster Steinfeld erbaut.

Antonius von Ägypten, man verwechsle ihn nicht mit dem Franziskanergelehrten Antonius von Padua, starb 356 n. Cr. Im Alter von 105 Jahren als Einsiedler, nachdem er vielen teuflischen Anfechtungen widerstanden hatte. Daher findet man am Fuß des Heiligen den Satan in Gestalt eines Drachen. Im Mittelalter wurde Antonius von Ägypten als einer der 14 Nothelfer gegen die sehr verbreitete und ansteckende Hautkrankheit, das Antoniusfeuer, angerufen. Viele Hospitale tragen daher noch heute seinen Namen.
Später verehrte man Antonius als Schützer der Wälder, des Wildes und des Viehs, vor allem der Schwein. Daher ist er oft als der Schweinehirt mit der Hirtenglocke und einem Schwein zu seinen Füßen dargestellt.
Wenn hier die Kerzen fast nie verlöschen, so scheint Antonius, der Einsiedler von Ägypten, heute ein Patron der Autofahrer geworden zu sein, die ihm Ihre kleinen und großen Sorgen anvertrauen."


 


Ein kleines Wegstück folgen wir dem Paul-Möhrer-Weg ...



... und treffen auf ein erstes Wegeschild zum nächsten Ziel, dem Michelsberg.



Doch zunächst sind wir ein gutes Stück auf einer "Wanderautobahn" unterwegs, einem breiten Forstweg, der uns abwärts führt.



Es folgt eine erste Freifläche, die uns schon mal weiter Blicke erahnen und erhoffen lässt.



Wir haben es richtig gemacht.
Wir waren früh unterwegs und die Temperatur war noch angenehm.
 



Wir treffen ein erstes Mal auf die L113.
Hier befindet sich ein weiterer Wanderparkplatz.

Nach Überquerung der Landstraße geht es auf diesem Pfad weiter. Nunmehr aber wieder in die Höhe.


Wir sind jetzt auf dem - meines Erachtens - interessantesten Teilstück unterwegs.

Wir können die Kapellenspitze St. Michael aus dem Waldstück auftauchen sehen.



Ein Blick in die andere Richtung lässt uns das Siebengebirge erkennen, welches jedoch noch im Diesigen liegt.



Es folgt ein traumhaftes Wegstück mit herrlichen Aussichten weit in die Tiefe hinein.

Diese muss dann auch mit einem Panoramafoto verewigt werden.





Noch ein letztes Bild mit Hund in diese Sichtrichtung und es geht weiter.



Wir gelangen an die zweite Hälfte des Kreuzweges, der hier von rechts nach links führt und entschließen uns, diesem nach links zu folgen.

Der Kreuzweg endet natürlich an der Kapelle St. Michael am Michelsberg.
Der Michelsberg ist seit vielen Jahrhunderten Ziel von Pilgern, die sich zur traditionellen Wallfahrt alljährlich am 29. September einfinden. Über einen Kreuzweg gelangt man zur auf dem Gipfel stehenden katholischen Kapelle St. Michael.


Bereits in der Frühzeit lebten Menschen als Jäger und Sammler auf und um den Michelsberg, was zahlreiche Artefaktfunde (Mikrolithen usw.) belegen. Archäologen datieren diese in die Mittelsteinzeit (9.600 bis 5.500/4.500 v. Chr.). In keltischer, römischer und germanischer Zeit war der Berg eine heidnische Kult- und Gerichtsstätte, wie der ursprüngliche Name Mahlberg bezeugt. Bis etwa 800 n. Chr. gab es hier Opferfeuer (Quelle).




Die Kapelle wurde um 1500 errichtet und ist ein geschütztes Baudenkmal.



Es geht nun ein Stück über Asphalt abwärts.
Nach recht kurzer Zeit finden wir dieses Hinweisschild und beschließen, den kurzen Abstecher von wenigen Metern zu machen.




So geht es über diesen Aufgang auf eine exponierte Fläche ...



... die derzeit jedoch fast zugewachsen ist.


Wirklich fesseln können hat mich dieser Blick dann nicht.

Er offenbart in der Ferne u. a. Blicke auf die Hohe Acht, die Nürburg, den Aremberg etc..



So gehen wir wieder auf den Weg zurück und weiter hinab zum unterhalb liegenden Ort Mahlberg, der etwa zehn Kilometer von Bad Münstereifel entfernt liegt.


Aufgrund zugewachsener Wege müssen wir die Wegführung ein klitzekleines bisschen abändern und gehen letztlich aber wieder am Hombach entlang.

Nun geht es wieder durch den Wald bis zum Ende der Wanderung.



An dieser Stelle müssen wir eine kleine Schleife gehen, da wir ansonsten auf die L165 gelangen würden.

Wir halten uns also hier rechts ...



... um später wieder links zu gehen und somit oberhalb der L165 parallel zu wandern.

So geht es nun einsam durch den Wald hindurch, vorbei an den beiden Bodenbachweihern, die aber durch das Blattwerk nicht zu erkennen sind.

Es geht jetzt nur noch bergauf, bis wir wieder am Dicke Tönnes angelangt sind und die wenigen Meter zurück zum Fahrzeug gehen.
Höhenprofil und Streckendistanz




Fazit:

Für wärmere Tage dürfte diese Strecke für Hundewanderer aufgrund des höheren Waldanteils empfehlenswert sein.
Besonderheiten waren die fantastischen Ausblicke vor dem Michelsberg; der Eifel-Blick selbst konnte mich nicht begeistern.
Die Waldpassagen empfand ich als recht eintönig.


Track, Übersichtskarte etc.:



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