Carolaturm und Layer Berg

[033-15-200-12.2-441.2-2350.2]


Nach den zwei Ausflügen zuletzt stand erneut eine Wanderung auf dem Plan.
Nur das Wetter wollte sich nicht so recht erkenntlich zeigen.
Nieselregen auf der Anfahrt und ebenso auch kurz auf der Wanderung.

Es sollte eine Tour mit hauptsächlich Waldanteil werden, damit wir nicht allzu naß werden sollten.

So hatte ich eine Tour mittels Wanderkarte und der Software BaseCamp an der unteren Mosel gebastelt, die diese Anforderung erfüllen sollte. Ein paar eingezeichnete Aussichtspunkte dazu gemischt, ebenso einen Turm, den ich letztens bei einer Motorradtour von der anderen Moselseite gesehen hatte.





Wir parken direkt auf einem der vielen Wanderparkplätze an der B 327 und starten los.



So geht es direkt in den Wald hinein, ...



... und zu einem der wenigen offenen Flächen auf der Wanderung.


Mit einer kleinen Schleife gelangen wir auf ein Teilstück des Rheinburgenweges und gehen nunmehr links in Richtung Layer Kopf.



Der einzige Unterschied in diesem Waldstück ist, dass der Weg etwas schmaler ist als zuvor.

Auffällig ist, dass viele Sitzgelegenheiten am Rand zur Mosel vorhanden sind, jedoch die Aussichten dort alle zugewachsen sind.

Dieses Foto habe ich über Kopf aus etwa 2,20m Höhe geschossen.



Auch wenn nichts mehr zu erkennen ist, findet sich wenigstens ein Informationsschild zur Schwedenschanze.








Im Jahre 1632 wurde Koblenz von schwedischen Truppen belagert und die umliegenden Dörfer zum Teil schwer verwüstet. Besonders die Ortschaften Güls, Lay und Moselweiß wurden häufig von einer marodierenden Bande ehemaliger schwedischer Landsknechte , die an der “Schwedenschanze” am Koblenzer Stadtwald ein befestigtes Lager errichtet hatte, überfallen und Einwohner verschleppt. Als ausgekundschaftet worden war, dass diese Bande in der Nacht von Sonntag auf Montag nach dem Dreikönigsfest einen Überfall auf Moselweiß plante rotteten sich Bauern aus Moselweiß, Güls und Lay zusammen, um den Angriff abzuwehren. Es gelang ihnen, die Schweden vom Weg zur Moselseite hin abzudrängen. Viele Soldaten stürzten den steilen Hang hinab. Wer in die Hand der Bauern geriet, musste für seine Untaten schwer büßen. Der Sieg wurde von da an alljährlich am ersten Montag nach dem 6. Januar als “Schwörmontag” gefeiert. Nachdem dieser Feiertag eine Zeit lang in Vergessenheit geraten war, wird er seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder jedes Jahr von den Landwirten, Winzern und Jägern festlich begangen (Quelle).





Da die Ortschaft Lay auf der Route liegt, folgen wir dem Schild, welches uns mitten in das Dickicht führen wird.


Man mag es nicht glauben, aber dort ist tatsächlich ein Weg.

Auch wenn er gerade zuwächst.



Ich hatte mir mehr Blicke auf die Mosel erhofft.

Leider war dem nicht so.


Unser Weg führt uns durch den Randbereich der Ortschaft Lay - welche 1970 in Koblenz eingemeindet wurde.

Die geschichtlichen Wurzeln von Lay gehen in die römische Zeit zurück, wie Funde der Überreste einer römischen Villa rustica mit Badeanlage aus dem 1. bis 3. Jahrhundert belegen (Quelle).


Es geht nun für ein sehr langes Wegstück über Asphalt.
Ein Schild weist und den Weg zum "Layer Bergweg".

Im übrigen das einzige Schild hierzu, welches ich auf dem weiteren Weg gesehen habe.



An exponierter Stelle findet sich in einer Kurve ein Ausblick auf die Mosel und die Brücke der A61.


Weit geht es hinauf zum Carolaturm, also dem Turm, den ich von Winningen aus gesehen hatte.

Der Carolaturm wurde 1895–1896 auf Initiative des „Coblenzer Verschönerungsvereins“  errichtet. Seinen Namen erhielt der Aussichtsturm nach der Ehefrau des damaligen Oberbürgermeisters (Quelle).

Der eingeschossige Turm wurde aus Schieferbruchstein auf einem 5/8-Grundriss errichtet. Seine Bauart mit Strebepfeilern und Zinnenabschluss verleiht dem Aussichtsturm ein mittelalterliches Aussehen. Strebepfeiler und Zinnen sind mit Schlusssteinen aus Basalt abgedeckt. Im Schlussstein über dem Eingang ist die Jahreszahl 1895 angebracht. Im Inneren besitzt der Turm ein Zellengewölbe (Quelle).



Wir erreichen nun eine Freifläche und freuen uns auf eine mögliche weitere Besonderheit auf diesem Weg.


Allerdings können wir schauen, wie wir wollen.
Auf den kommenden Abzweigen ist kein weiterer Hinweis mehr zu finden.

Das ist schade und schlecht gelöst.


Wir beschließen kurzfristig, von der geplanten Route ins Kondertal abzuweichen und auf der Höhe zu bleiben.

So gelangen wir an eine Aussicht in Richtung Kondertal.


Der Weg führt uns nun hinab in Richtung des Dreibuchenplatzes und einer schönen Wegführung, wenn man denn in das Kondertal wollte.



Balou nutzt diese Stelle an der Brücke, um sich zu erfrischen, was er am liebsten bei fließendem Gewässer macht.




Weiter geht es am Katzenfelsen vorbei.



Der Asphalt hat ausgedient, es geht auf schmalem Pfad parallel zum asphaltiertem Fahrweg hinauf.


Und schon haben wir das Wildgehege Remstecken erreicht.

Der Remstecken (320 m ü. NN) ist ein Naherholungsgebiet mit Wildpark und Waldökostation ca. 5 km südlich von Koblenz am Rande des Hunsrücks. Das Areal, das bis 1992 zu einem Forstbetriebshof gehörte (Quelle).



Es geht nun zurück, wieder auf fast zugewachsenem Weg.

Wenigstens erhaschen wir einen letzten schönen und weiten Ausblick über die Mosel in Richtung Koblenz.


Fazit:

Nicht uninteressant, aber auch nicht wirklich etwas Besonderes.
Ich hatte mehr erwartet und war auch etwas enttäuscht über die "versprochenen" Aussichten - die zugewachsen sind - und die hölzernen Ankündigungen - wie auf den Soldatenfriedhof -, die für Aussenstehende leider nicht ganz schlüssig sind.
Ansonsten mal etwas anderes.
Und bekanntlich ist ja der Weg das Ziel.


GPS-Track, Übersichtskarte ...:

Kommentare