Ausflug Friedensmuseum Remagen


Krieg ist das einzige Spiel wo beide Parteien verlieren.
[Zitat: Sir Walter Scott]


Ein weiterer Regentag machte sich breit, so dass wir auch heute beschlossen, einen Ausflug zu machen.
Ausflug ist vermutlich nicht das richtige Wort für den Besuch des Friedensmuseums Brücke von Remagen.



Die Ludendorff-Brücke - als so genannte Brücke von Remagen bekannt - war eine ehemals 325 m lange Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Remagen und Erpel. Sie wurde im Ersten Weltkrieg aus militärischen Gründen errichtet und nach General Erich Ludendorff benannt (Quelle).



In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs stellte sie den ersten alliierten Übergang über den Rhein dar. Am 17. März 1945 stürzte sie ein.
 
Beim Rückzug der Heeresgruppe B auf die rechte Seite des Rheins 1945 sollten nach dem Willen der Wehrmachtsführung alle Rheinbrücken gesprengt werden. Bei der Ludendorff-Brücke wurden jedoch weniger (300 kg statt 600 kg) und weniger effektiver Sprengstoff (Donarit statt Dynamit) verwendet als geplant (Quelle wie vor).


Am 07.03.1962 treffen sich das erste Mal Veteranen an den Brückentürmen.
Seit 1978 finden regelmäßige Treffen statt.
Das Sternenbanner vom Kapitol in Washington wird 1992 übergeben. 

Bei der Sprengung wurde die Brücke kurz aus ihren Lagern gehoben, jedoch nicht zerstört, wodurch es den alliierten Truppen in der Folge möglich war, den Rhein an dieser Stelle zu überqueren und ihren Vorstoß ins „Herz Deutschlands“ zu beschleunigen. Von deutscher Seite wurde in der Folge vergeblich versucht, die Brücke zu zerstören (Quelle).


Diese kollabierte schließlich am 17. März, wahrscheinlich aufgrund der misslungenen Sprengung und der Kampfhandlungen der vorherigen Tage. Hitler ließ mehrere Offiziere, die für die nicht erfolgte Zerstörung verantwortlich gemacht wurden, durch ein Standgericht verurteilen und erschießen (Quelle wie vor).

Innerhalb von 24 Stunden überquerten 8.000 Soldaten den Rhein in Richtung Ostufer. General Eisenhower befahl dem Oberbefehlshaber der 12. US-Heeresgruppe, so viele Divisionen wie möglich auf das andere Rheinufer zu bringen, auch wenn das die ursprünglichen Pläne durchkreuze (Quelle wie vor).




Hitler setzte am 9. März 1945 das Fliegende Standgericht West ein, das unter Vorsitz von Generalleutnant Rudolf Hübner fünf Offiziere wegen „Feigheit“ und „Dienstpflichtverletzung“ zum Tode verurteilte und vier von ihnen, darunter auch Major Scheller, am Tage der Urteilsverkündung im Westerwald (zwei davon in Rimbach, zwei in Oberirsen) erschießen ließ. Hauptmann Bratge, der ebenfalls zum Tode verurteilt wurde, überlebte, da er in US-Gefangenschaft war (Quelle wie vor).

Am 10. März 1945 begann ein deutscher Gegenangriff des LXVII. Armeekorps, der aber zu schwach war, um noch Erfolg zu haben. Die deutsche Heeresleitung versuchte in den folgenden Tagen, die Brücke von Kampfschwimmern zerstören zu lassen. Sie sollten an der Brücke tauchen und Sprengsätze deponieren (Quelle wie vor).
Zudem versuchte die Luftwaffe vergeblich, die Brücke durch Bombenangriffe zum Einsturz zu bringen. Zwischen dem 12. und 17. März wurden nördlich von Hellendoorn in den Niederlanden elf V2-Raketen auf den Brückenkopf abgeschossen. Eine Rakete schlug in rund 270 m Entfernung östlich von der Brücke in ein Haus ein und erschütterte sie spürbar. Drei Raketen landeten unweit der Brücke im Rhein, fünf weitere westlich der Brücke (Quelle wie vor).


Am 17. März 1945 stürzte die schwer beschädigte Brücke wegen Überlastung ein.

Nur die Brückenpfeiler blieben erhalten.



Im Innern der Brückentürme auf der Remagener Seite ist seit dem 7. März 1980 ein Friedensmuseum eingerichtet.


Der Initiator des Museums war der langjährige Bürgermeister von Remagen, Hans Peter Kürten, der am 7. März 1978 zum ersten Mal Steinchen aus Bruchstücken der erst 1976 abgetragenen Strompfeiler der Brücke als Souvenir verkaufte (Quelle wie vor).


Das Echo war bemerkenswert.

Mit den Einnahmen und den vielen Fotos und sonstigen Originalunterlagen war er in der Lage, das Museum einzurichten (Quelle wie vor).

1939 – Angriff der Wehrmacht auf Polen (1.9.). Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland (3.9.) – ohne militärisches Eingreifen. Einmarsch der Sowjetunion im Osten Polens.
1940 – Besetzung Norwegens und Dänemarks durch die Wehrmacht (April). Angriff auf die neutralen Niederlande, Belgien und Luxemburg (10.5.) und Eroberung Frankreichs. Dreimächtepakt Deutschland-Italien-Japan.
1941 – Entsendung deutscher Truppen gegen die Briten in Nordafrika (Februar). Balkanfeldzug gegen Jugoslawien und Griechenland (6.4.). Überfall auf die Sowjetunion (22.6.), Angriff bleibt vor Moskau stecken (Dezember). Japanischer Überfall auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor (7.12.), Kriegserklärung Deutschlands an die USA (11.12.).



1942 – Zunehmende alliierte Luftangriffe auf Deutschland. Niederlage Japans bei den Midway-Inseln (Juni) – Wende im Pazifikkrieg.
1943 – Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad (2.2.) – Wende an der Ostfront. Niederlage des deutschen Afrika-Korps (Mai). Besetzung Siziliens durch die Alliierten, Sturz des italienischen Faschisten- Führers Mussolini, Kriegserklärung Italiens an Deutschland (13.10.)



1944 – Landung der Alliierten in der Normandie (6.6.), Besetzung Aachens als erster deutscher Stadt (21.10.). Vordringen der Roten Armee nach Ostpreußen (Herbst) (Quelle der Auflistung).


1945 – Beginn der sowjetischen Großoffensive auf Berlin (Januar). Zerstörung Dresdens durch britische und amerikanische Bomber (13./14.2.). Selbstmord Hitlers (30.4.). Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht (7./8.5.). Atombombenabwurf der USA auf Hiroshima (6.8.) und Nagasaki (9.8.), Kapitulation Japans (2.9.).





Allein sieben Jahre dauerten die Verhandlungen mit der Bundesbahn, bis das ehemalige Eisenbahngelände erworben werden konnte.  Hinweise an offizielle Stellen, die Brücke als Mahnmal zu erhalten und eine Gedenkstätte für den Frieden einzurichten, fanden keine Beachtung (Quelle).




Das Leitmotiv in der Friedenshalle aber geht alle an:
 
Lasst uns jeden Tag mit Herz und Verstand für den Frieden arbeiten.
Beginne jeder bei sich selbst.








Videodokumentation WDR:




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