Ausflug Burg Linz


Schon wieder ein Regentag im Urlaub.
Langsam bekomme ich die Motten.
So bleibt das Motorrad in der Garage und wir beschließen, das Beste aus dem Tag zu machen.

Noch schnell im Internet geschaut, was man im Regen so machen könnte - und wo wir noch nicht waren -  und hierbei den Freizeitguide des General-Anzeigers Bonn bemüht.
Schnell die passenden Häkchen gesetzt und uns letztlich für einen Besuch der Burg Linz entschieden.

Also hin nach Remagen-Kripp, Auto abgestellt und mit der Fähre auf die andere Rheinseite übersetzen lassen.




Auf der anderen Seite sehen wir die Burg Ockenfels in der Höhe liegen.

Bilder von einer Wanderung an dieser Burg vorbei finden sich hier: Zwischen Linz und Unkel.



Heute sind im übrigen zwei Fähren im Wechsel unterwegs.

Keine Sorge. Der blaue Himmel hielt nur extrem kurz.



Wir wählen als Eingang das Rheintor von Linz.

Im 15. oder 16. Jahrhundert wurde das aus Basalt und Schieferbruchstein bestehende westlichste der Linzer Stadttore als Nachfolgebau des ursprünglich mit der restlichen Stadtbefestigung zwischen 1320 und 1329 erbauten Tores neu errichtet. Es steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz (Quelle).




Anfang der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhielt der Ort Linz, der bereits 874 urkundlich erwähnt wurde, durch den Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg in der Zeit zwischen 1304 und 1332 die Stadtrechte (Quelle).







Wir begeben uns in die Burg hinein, in der sich die Kurfürstliche Burgastronomie sowie die Römische Glashütte und im Keller die Folterkammer Linz am Rhein befindet.

Wir gehen zur Kasse im Verkaufsshop der Glashütte im ersten Geschoss und wechseln 4,- € gegen zwei Eintrittsmünzen für die Folterkammer. Es geht wieder zurück zum Kellergewölbe.
Nach Einwurf der Münzen öffnet sich das Drehkreuz und wir gelangen in den länglichen Gang hinein.



Die Folterkammer und das Verlies bestehen seit 1365.
Die Burg zu Linz war Zoll und Zwingburg der Kölner Bischöfe. Von allen Reisenden und Kaufleuten, die mit Schiffen auf dem Rhein unterwegs waren, wurde Zoll eingetrieben. Wer nicht mit barer Münze bezhlen konnte, wurde solange im Verlies gefangen gehalten, bis die Steuerschuld beglichen war (Quelle).


Gefoltert wurde im Mittelalter aber auch, um von Verdächtigen ein Geständnis zu erlangen. Ob dieses Geständnis dann auch der Wahrheit entsprach, konnte nicht geklärt werden, da man unter Folter fast immer gestand. Und wenn auf das Vergehen die Todesstrafe stand, so entschied sich der Gefolterte oft für ein Geständnis, um nicht noch länger der Folterung ausgeliefert zu sein (Quelle).

Hier ist eine so genannte Schandmaske zu sehen. Diese waren im 17. Jahrhundert Instrumente zur Durchführung der Ehrenstrafe. Dem Verurteilten wurde eine Maske aufgesetzt, die er einen oder mehrere Tage tragen musste. Meist waren diese Masken aus Metall gefertigt und hatten das Aussehen eines abstrakten Tierkopfes mit spezifischen Merkmalen für das begangene Vergehen (Quelle).


Eine Folterbank, versehen mit dem Gespickten Hasen. Das Foltergerät wurde in unterschiedlichen Ausformungen und Arten verwendet. Dieses besteht aus einem mit Spitzen besetzten („gespickten“) Kopfteil. Eingesetzt wurde es sowohl als „mobiles“ Folterinstrument als auch stationär bei Streckbänken und Streckleitern (Quelle).



Die Eiserne Jungfrau ist ein Gerät, das zur Folterung und Hinrichtung von Menschen benutzt worden sein soll. Es handelt sich um einen hölzernen oder metallenen Hohlkörper, meist in Frauengestalt, der mit nach innen stehenden Nägeln oder Dornen beschlagen war.
Nach der Überlieferung stellte sich der Todeskandidat in die Figur, worauf diese geschlossen wurde und sich die Spitzen in den Leib bohrten (Quelle). 



Was beim Gang durch den Gang nervt, sind die "Schreckensgeräusche", die vom Band kommen.

Das ist eher schon peinlich.


Erneut eine Schandmaske mit langer Nase.
Lange Nasen zeigten, dass der Angeklagte neugierig war, nämlich seine Nase in die Angelegenheiten anderer steckte.


Auf der rechten Seite im Bild befindet sich der Hängekäfig, ein Ort des Todes.
Verurteilte Verbrecher wurden in das Gestell eingesteckt und dann sichtbar aufgehangen.
Meist blieben sie dort auch noch länger drin, obwohl sie schon gestorben waren.


Und das Allerschlimmste, was ein Gefangener aushalten musste in diesem Verlies ...

... war wahrscheinlich, den weißen Stehtisch in der rechten Ecke zu ertragen, an dessen Fuß sich zwei volle und eine angebrochene Weinflasche befanden.

Da hat wohl jemand keine Lust mehr gehabt.




Wir verlassen das Verlies erneut durch ein Drehkreuz und gehen nunmehr direkt in den "Showroom" der Glasbläserei im Erdgeschoss.
Schön: der Eintritt ist frei.
Lustig: der Hinweis, dass der Ofen in dieser Saison kalt bleibt.







Dann halt nur ein einziges Bild.



Etwas gelangweilt fahren wir wieder mit der Fähre zurück nach Remagen und begeben uns zu dem diesjährigen LebensKunstMarkt 2015 in Remagen selbst


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