Ausflug Besucherbergwerk Mechernich


Ein weiterer Regentag im Urlaub wollte sinnvoll genutzt werden.
Diesmal ging es nach Mechernich im Kreis Euskirchen, wo wir im dortigen Besucherbergwerk "unter Tage" gingen.



Wochentags - ausser Montags - ist das Museum bzw. das Bergwerk ab 14:00 Uhr geöffnet.

So konnten wir uns morgens ein wenig Zeit lassen und waren pünktlich vor Ort, da eine garantierte Führung jeweils um 14:00 Uhr stattfindet.



Es handelt sich bei dem Museum um eine städtische Einrichtung; die Grube wurde in ihrem ursprünglichen Zweck im Jahr 1957 geschlossen, 1995 als Besucherbergwerk wieder eröffnet.


Das Bergbaumuseum besteht aus der Grube Günnersdorf und einem Gebäude mit einer Werkstattausstellung. Hier werden Werkzeuge, Fotos usw. aus dem Bleierzbau gezeigt.



Im günstigen Eintrittspreis von 5,50 € pro Erwachsener ist die Führung enthalten, die zunächst mit dem Museum als solchem beginnt.




Verschiedene Ausstellungsgegenstände, Bilder, Karten etc. werden gezeigt.



Natürlich dürfen auch Exponate aus der Grube nicht fehlen, die u. a. auch den Bleiabbau beinhalten.


Noch heute liegen rund um das Bergbaumuseum Mechernich (Grube Günnersdorf) die größten Bleierzvorkommen Europas. Sie machen etwa 5 % des weltweiten Vorkommens aus, werden aber aus Kostengründen nicht weiter abgebaut (Quelle).



Wir verlassen das Museum und begeben uns mit einem Grubenführer ein paar Meter weiter zu einem nachträglich angelegten Zugangsstollen.


Bei durchgängigen 9 Grad Celsius bietet sich wärmende Kleidung an.

Aber auch der Helm, der für die Führung gestellt wird, ist nützlich - wenn man sich keine Furchen am Kopf hinzufügen möchte.


Nach Abschluß der Aufwältigungsarbeiten haben die Mitarbeiter bei der Freilegung des alten Bergwerkes der Schutzheiligen aller Bergleute - der Heiligen Barbara - diesen Altar als Dank dafür errichtet, daß es während der mehrjährigen mühevollen Arbeiten zu keinem schwereren Arbeitsunfall gekommen ist (Quelle).
 
Im Jahr 1944 wurde die mittlerweile stillgelegte Grube Günnersdorf als Luftschutzanlage ausgebaut und genutzt. Außer einem großen Teil der Mechernicher Bevölkerung und der Belegschaft des Bleibergwerkes waren bis zum Ende des Krieges hier auch viele öffentliche Einrichtungen untergebracht, darunter auch Teile des Kreiskrankenhauses (Quelle).


Wir gehen durch eine typische Förderstrecke.

Der Buntsandstein des Mechernicher Bleiberges ist weitgehend stabil, dies bedeutet, dass nur dort verbaut und ausgebaut werden mußte, wo die Gesteinsschichtung durch Verwerfungen oder früheren Bergbau gestört war (Quelle).


In der frühen Bronzezeit wurde Blei neben Antimon und Arsen verwendet, um Bronzen zu erzeugen. Besonders wichtig wurde Blei vor allem nach Erfindung der Feuerwaffen für das Militär als Material für Projektile von Handfeuerwaffen (Quelle). 


Heutzutage liegt die Menge des gewonnenen Bleis bei den Nichteisenmetallen an vierter Stelle nach Aluminium, Kupfer und Zink. Es wird vor allem für Autobatterien (Bleiakkumulatoren) verwendet (Quelle).



Wo der Berg durch Störungen oder Verwerfungen instabil oder unsicher ist, wird auf herkömmliche Weise mit Holz verbaut.


Wegen der relative hohen Luftfeuchtigkeit im Bergwerk müssen diese Baue nach ca. drei - fünf Jahren erneuert werden. Dies geschieht mit ehrenamtlichen Kräften, die dabei auf das “know how” ehemaliger Bergmänner zurückgreifen können (Quelle).



Von den Schächten oder Hauptstollen wurden Förderstrecken unter dem bauwürdigen Lagerstättenabschnitt aufgefahren ...



... und diese durch streichende und diagonale Strecken vorgerichtet (Quelle).

Hier befinden wir uns im "Großen Abbau", der auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie hier in Mechernich Erz abgebaut wurde. Groß wie ein Kirchenschiff zeigt er aber auch, wie stabil der Buntsandstein im Mechernicher Bleiberg ist. An der Firste und am Stoß sind viele sog. “Tutten”, kugelförmige Eisenoxid- und Manganhydroxid-haltige Konkretionen zu finden (Quelle).


Beim ca. 1,5 Stunden dauernden Rundgang im Besucherbergwerk erläutert der Grubenführer die Geologie vor Ort, Abbau- und Aufbereitungsmethoden in den verschiedenen Bergbauepochen und vermittelt allgemeinverständlich Informationen zur Mechernicher Bergbaugeschichte, insbesondere zur Grube Günnersdorf (Quelle).


In den Förderstrecken wurden Schüttelrutschen eingesetzt, die das Erz bis zu den Rollen förderten, an denen es in Förderwagen abgezogen wurde. Die Förderwagen wurden nach kurzem Förderweg in den Hauptstrecken im Förderschacht nach Übertage gehoben (Quelle).


An dieser Stelle ist eine der für den Mechernicher Untertage-Bergbau typischen Abbaukammern zu sehen. Von ihrer Größe her ist sie jedoch eher unbedeutend. Am Rand der Weitung ist einiges Gezähe (Werkzeug der Bergleute) zur Ansicht ausgestellt (Quelle).






Fazit:

Wow. Das war interessant und spannend und hat mächtig Spaß gemacht.
Eine ganz klare Empfehlung!!!

Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage.


Direkt am Museum befinden sich zwei Wanderwege, die man mit dem Besuch des Museums verknüpfen kann.

a) Bergbauhistorischer Wanderweg

b) Panoramaweg 

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