Rigomagus

[011-15-16.0-141.1-2050.1]


Latein: die späte Rache der Römer an den Germanen.
[unbekannte Quelle]


Aufgrund eines Termines am Nachmittag und dem angekündigten Regen, habe ich die Anfahrt heute recht kurz gehalten und eine von mir gebastelte Rundwanderung um Remagen vorgenommen.

Der Ort Remagen geht auf ein römisches Kastell zurück, das vor gut 2000 Jahren errichtet wurde (um das Jahr 3 n. Chr.), und nach dem ursprünglich keltischen Namen Rigomagos, latinisiert Rigomagus, benannt wurde (Quelle). 




Ich lege den Startpunkt der Wanderung an den Parkplatz unterhalb der Apollinariskirche in Remagen auf der Birresdorfer Straße.

Hier führt auch der Rheinburgenweg, sowie der gleichnamige Rundweg "Apollinarisschleife" lang.


Auf dem Apollinarisberg standen vermutlich bereits im 9. Jahrhundert erste Kirchen.
Der Bau der im neugotischen Stil gebauten Kirche  fand im 19. Jahrhundert statt (siehe auch hier).


Heute dient sie der Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe (weitere Informationen finden sich hier unter "Wir über uns").



Irgendwie ist dieses Gelände schon etwas besonderes und lädt zum Fotografieren ein.


Wir sind aber zur Wanderung hierhergekommen und verlassen die Kirche alsbald wieder ...



... und zwar über die Stationen des Kreuzweges hinab zum Rhein.


Zuvor kommen wir jedoch an der Kapelle der Maria in der Lee vorbei, einer nach 1850 erbauten Hospitalkapelle.

Siehe zu weiteren Informationen hier, hier und hier.



Wir unterqueren die B9 und die Bahnstrecke durch eine Unterführung und finden auch hier Hinweise auf Römer.


Wir wollen hinab zum Rhein und kommen dabei unter anderem am Brunnen vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Letztgenannte steht auf den Resten eines römischen Kastells (siehe hier).


Es folgt das Römische Museum Kirchstraße / Ecke Neippengasse.
In dieser ehemaligen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert werden - laut Hinweistafel - Fundstücke aus dem ehemaligen römischen Kastell Rigomagus (1. bis 4. Jh. n. Chr.) ausgestellt.

Wir sind am Rhein angekommen und gehen Richtung Kripp, wobei wir beinahe diese Büste übersehen hätten.
Rudolf Caracciola.
Caracciola ? Stimmt ja. Rudolf Caracciola wurde in Remagen geboren und war der erfolgreichste deutsche Rennfahrer vor dem Zweiten Weltkrieg.
Und ja: eine Kurve auf der Nordschleife ist nach ihm benannt worden.


Weiter geht es.
Links von uns auf der anderen Rheinseite sehen wir in der Höhe die Erpeler Ley bei Unkel auftauchen.


So ist es nur logisch, dass wir alsbald das Friedensmuseum der Brücke von Remagen passieren, die eigentlich Ludendorff-Brücke heißt.



Ein kleiner Schlenker bringt uns zunächst zum RheinAhrCampus hinauf ...



... da wir die Schwarze Madonna aufsuchen wollen.








Wikipedia
In Erinnerung an das Lager für deutsche Kriegsgefangene „Goldene Meile“, das die Amerikaner nach dem Rheinübergang im April 1945 in Remagen anlegten, baute der damalige Bürgermeister Hans Peter Kürten, der Gründer des Friedensmuseums Remagen, aus Spendengeldern mitten in dem ehemaligen Lagerareal die Kapelle „Schwarze Madonna“. An der Grundsteinlegung am 22. Juni 1985 nahmen mehr als 1200 ehemalige Gefangene teil. Die feierliche Einweihung fand am 9. Oktober 1987 statt. In der Kapelle steht in einer Stele die „Schwarze Madonna“, die der Kriegsgefangene Professor Adolf Wamper (1901–1977) in der Lagerzeit aus dem Lehm der Goldenen Meile, wie man diesen Bereich nennt, geformt hat.





Das ist doch mal ein schönes Spielplatzinterieur.



Der Weg führt uns jetzt auf der Rheinpromenade nach Kripp, wo sich ebenfalls ein paar Skulpturen etc. befinden.


Es handelt sich hierbei - laut Inschrift - um den "Historischen Kripper Böller", der zum Beschuss der Dampfschiffe durch Treidelschiffer (Rheinhalfen) diente. Diese sahen ihre Existenz durch die aufkommende Dampfschifffahrt gefährdet. Der Halfenaufstand wurde 1848 durch Bonner Husaren niedergeschlagen.



Jahrhundertelang wurden Schiffe durch Pferde rheinaufwärts gezogen.



Wir verlängern unseren Weg bis hin zur Ahrmündung ...



... der wir kurz unsere Aufwartung machen.
Es fängt leicht an zu nieseln.


Nach einem nicht so besonderen Wegstück durch Kripp bzw. auf der Kölner Straße / B266 biegen wir nach Bad Bodendorf ab - parallel zu den Bahnschienen.


Kurze Zeit später geht es jedoch schon wieder rechts hinauf, und wir können eine erste schöne Weitsicht genießen.
Auch wenn man sie bei schönem Wetter besser genießen könnten.

In der Verlängerung treffen wir auf den örtlichen Wanderweg A5 (Panoramaweg), dem wir ein gutes Stück folgen werden.

So taucht kurze Zeit später das Haus Hohenlinden vor uns auf, welches bis zur Schließung 32 Jahre als Drogenentzugsklinik diente.


Es geht hinauf zum Jüdischen Friedhof "Auf der Heide" - einem von zwei jüdischer Friedhöfe.


Wir passieren den Wanderparkplatz im oberen Bereich der Waldburgstraße und gehen gegenüber auf den Pfad ...


... zur Waldburg-Ruine, einem ehemaligen Hotel, welches 1970 geschlossen wurde und seitdem verfällt.



Seit 2012 werden die Hotel-Ruine und das 8719 Quadratmeter große Gelände 1,38 Millionen Euro zum Kauf angeboten.



Wir treffen wieder auf den Rheinburgenrundweg Apollinarisschleife und erblicken in der Ferne das Rheintal.



Nun geht es nur noch abwärts.

Vorbei am Tierheim in Remagen ...




... bis wir wieder die Kirche vor uns auftauchen sehen.








Fazit:

Eigentlich keine Wanderung, die ich sonst bevorzuge. Grundsätzlich versuche ich - wann immer es geht - Ortschaften etc. nicht zu durchwandern.
Viele breite Wege, auch Asphalt waren mit dieser Wanderung verknüpft.
Dennoch hat sie mir zu größten Teil Spaß gemacht, da sich unterwegs doch einige interessante Besonderheiten fanden und es somit kurzweiliger wurde.


Weitere Informationen, Wegübersicht, Track u. v. m.:


Deine Outdoor-Plattform zur Tourensuche und Routenplanung Mehr erfahren >

Kommentare