Nürburgring - zwischen Karussell und Schwalbenschwanz

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Die Schildkröte gewinnt das Rennen, während der Hase schläft.
[Zitat: Aesop]

Heute habe ich die definitiv bislang lauteste Wanderung hinter mich gebracht.
Aber: genau das habe ich billigend in Kauf genommen.

Irgendwie war ich schon immer schwanger mit dem Gedanken, eine Rundwanderung entlang einer Teilstrecke des Nürburgringes zu absolvieren.

Heute war es soweit.
Und: so laut war es gar nicht.



Wir starten in Adenau auf einem Wanderparkplatz an der L10.

Kurz nach 09:00 Uhr an einem Freitag ist noch nicht viel los.



Wir sind sogar schon ganz nah an der Rennstrecke.

Doch zunächst geht es durch einen Tunnel unter der Rennstrecke durch und nunmehr durch den Wald auf breitem Weg.

Diese breiten Wege werden uns die gesamte Wanderung begleiten, was mich heute und zu dieser Jahreszeit nicht störte.



Zwischendurch erhaschen wir immer wieder einen Blick auf die Nürburg selbst, die noch im Nebel liegt.


Die ersten drei Kilometer hören wir nur die Rennfahrzeuge links von uns.
Doch nun haben wir das "Karussel" erreicht und nehmen hautnahen Kontakt zur Rennstrecke auf.



Balou ist tiefenentspannt und lässt sich durch die quietschenden Reifen kein bisschen aus der Ruhe bringen.



Um diese Uhrzeit fahren nur vereinzelt Fahrzeuge auf der Strecke.

Ich höre eines ankommen und zücke die Kamera.




Hier auf dem Streckenkilometer 13 bis 14 befinden wir uns also auf dem sog. Caracciola-Karussell.




Es handelt sich um einen Steilwand-Kreisel als Bestandteil der Strecke, der 1932 betoniert wurde. Benannt wurde das Karussell nach dem Rennfahrer Rudolf Caracciola.



Rudolf „Karratsch“ Caracciola, * 30. Januar 1901 in Remagen; † 28. September 1959 in Kassel) war der erfolgreichste deutsche Automobilrennfahrer in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.




Noch ein weiteres Foto am Karussel ...



... bevor es wieder ein wenig abseits der Rennstrecke - aber parallel zu dieser - durch den Wald geht.
Bei Streckenkilometer 16 treffen wir hier auf das "Brünnchen". Von hier aus führten um die Jahrhundertwende Bewässerungsleitungen nach Herschbroich.





Wir sind gleich auf mehreren Wanderweges auf diesem Teilstück unterwegs.


Vor uns sehen wir wieder eine Untertunnelung liegen.
Bald haben wir also den "Schwalbenschwanz" erreicht.



Bei Streckenkilometer 18 haben wir ihn dann auch erreicht.
Aus der Vogelperspektive sieht dieser Abschnitt wie das Ende eines Schwalbenschwanzes aus.



Irgendwie begeistert mich diese Wanderung.
Typisch Mann - wahrscheinlich ;-)


Wieder sind wir also auf Tuchfühlung mit der Strecke. Hier am "Galgenkopf" bei Streckenkilometer 18 bis 19.
Hier war die ehemalige Richtstätte der Grafen von Nürburg und der Galgen, an dem öffentliche Hinrichtungen vollzogen wurden.



Wir haben nun die "Döttinger Höhe" erreicht und verlassen nun die Rennstrecke nach rechts.
In der Ferne ist die Nürburg zu erkennen.



Zwar hören wir immer noch die Boliden, sind aber völlig überrascht, als sich uns dieser wunderschöne Blick öffnet.


Wir nähern uns nun der Ortschaft Herschbroich.

Ist das schön hier.






Immer wieder finden sich Motive für das Auge.




Der Weg führt uns nun nach Herschbroich selbst.
Herschbroich wurde erstmals im Jahr 1202 urkundlich erwähnt.



Hier wäre im übrigen auch ein Startpunkt für diese Rundwanderung zu finden.



Direkt an der Hauptstraße befindet sich dieser Wanderparkplatz.


Uns zieht es aber weiter nach Adenau, um dort unsere Rundwanderung zu beschließen.

Kurz vor Adenau sehen wir links den Streckenabschnitt "Wehrseifen" hinab führen.



Nach etwas mehr als 16 km Wanderung unterqueren wir die Rennstrecke ein letztes Mal und begeben uns zurück zum Fahrzeug.







Fazit:

Man muss es mögen. Breite Waldwege und Fahrzeuglärm.
Doch hier passt das eine zum anderen. Immer wieder hören wir Motorenlärm und quietschende Reifen in Kurven. An einigen Stellen haben wir Blick auf die Rennstrecke selbst.
Wer also gerne wandert und auch eine gewisse Rennsportbegeisterung mit sich bringt, dürfte von dieser Route überzeugt sein.
Bei mir hat sie Lust auf mehr gemacht und ich werde das "fehlende Stück" auch noch wandern.

Wanderkarte, Track, Startpunkt etc. finden sich hier:


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