Rund um Pützfeld (Ahr)

[0068-14-10.9-793.8-1709.9]


Ich rufe auf Befehl Gottes und so laut ich nur kann, lasset die Hexen nicht leben, mit Feuer und Schwert ist diese menschliche Pest zu vertilgen.
[Zitat: G. Stengel (*1584 - +1651)]


Erneut war ich im Bereich der Ahr auf einer mit BaseCamp selbstgebastelten Route unterwegs, die mich diesmal rund um Pützfeld führen sollte.
So waren wir teils an der Ahr und teils im Ahrgebirge unterwegs gewesen.
Zum Glück hielt sich das Wetter und es nieselte noch nicht einmal.





Den Startpunkt legte ich an den Bahnhof Kreuzberg und ging mit beiden Hunden los.


Der Weg führt uns nunmehr über den Ahrweg hin nach Pützfeld selbst.

Zuletzt war ich hier auf dem regionalen Wanderweg 6 unterwegs.
Ein paar Wochen machen schon andere Farben auf dem Weg.


So geht es zunächst auch entlang der Gleise der Ahrtalbahn.

Hier nutze ich eine Brücke ausschließlich, um einen Teil der Schienen ablichten zu können.


Und schon bald sehen wir die Pützfelder Kapelle vor uns liegen.

Auch die hatten wir erst vor kurzem besucht (siehe hier).



Aufgrund der etwas höheren Lage können wir schon einmal einen Blick in Richtung Ahrbrück werfen.




Hier noch einmal näher.


Wiederum geht es entlang der Schienen der Ahrtalbahn bis hin zum Endpunkt der Bahn in Ahrbrück.

Am Bahnhof überqueren wir die Bundestraße und gehen ein kleines Stück auf der linken Seite weiter.



Sobald wir den Kapellenweg erreichen, gehen wir in diesen hinein und hoch zur Kapelle selbst.




Hat etwas für sich, diese Aussicht.
Kannte ich noch gar nicht.


Hinter der Kapelle führt ein schmaler Pfad über kleine Serpentinen hinauf in Richtung Mühlenberg.
Alsbald ändert sich dadurch auch der Bewuchs im Wald.



Schon bald können wir einen ersten Blick hinab in das Kesselinger Tal werfen.
 


Kurze Zeit später dann noch einmal einen Blick in das Kesselinger Tal, diesmal mit Hunden.


Aufgrund des vielen Laubes auf dem Boden sucht man natürlich ab und an den schmalen Pfad.

Die Hunde sind da sicherer und leiten mich.



Mitten im Wald finden wir einen "Bombentrichter".
Er ist vergleichbar mit der Vielzahl der Trichter z. B. im Kottenforst.


Der Pfad wird breiter und wir erreichen eine Lichtung, von welcher wir zunächst einen Blick nach links werfen und Pützfeld erkennen.

Im Hintergrund ist die Pützfelder Kapelle zu erkennen, die wir zu Beginn der Wanderung besucht hatten.


An der Grillhütte "Auf Wolfsgraben" angekommen, werden wir auf einen Gedenkstein aufmerksam, der an die Opfer der Hexenverbrennung im 17. Jahrhundert erinnert.
Hier hat sich ein ehemaliger Richtplatz befunden.





Der Hinweistafel kann folgendes entnommen werden (Auszug):

"Hier, Auf Wolfsgraben, war im Mittelalter eine Hochgerichtsstätte des alten Ahrgaus.
Es waren ausschließlich Todesurteile, die "Auf Wolfsgraben" vollstreckt wurden. Die Bewohner des Gaus mussten bei der Hinrichtung anwesend sein.
"Auf Wolfsgraben" war später ein gerichtsnotorischer "Hexentanzplatz" im kurkölnischen Amt Altenahr ausgewiesen."

Weiter ist zu lesen:

"Am Samstag, 17. Juli 1649 begann der Prozess gegen Else Simons. 17 Menschen, selbst angeklagt, hatten sie "besagt", d. h. der Hexerei beschuldigt."

Im Protokoll heißt es:

"(...) daß Els Simons Thönnis Frauwe zu Pützfeld vielfältig von denen der Zaubereyen halber hingerichteten Malefizpersonen als eine Unhold und Zaubersche besagt worden war."

Erst eine scharfe Folter bricht ihren Willen im Verhör und sie "gesteht":
Sie besagt 27 weitere Personen, die ebenfalls am Hexentanz teilgenommen haben sollen.
Der Stecken wird über sie gebrochen und das Urteil wird vollstreckt.

Else Simons "bedankt" sich:

"(...) daß man ihro von diesem sündlichen Leben verhelfen that."






Wir passieren den Auschsbachberg und passieren ein paar länger gestreckte Serpentinen.



Wir befinden uns nunmehr oberhalb vom Ahrbogen und blicken hinab auf Pützfeld in der Ferne.


Im Gasthaus Ahrbogen könnten wir nun eine Rast einlegen und eine Mahlzeit zu uns nehmen.

Wir folgen jedoch nicht dem Wegekennzeichen, sondern sind auf einem Teilstück des örtlichen Wanderweges 1 unterwegs.



So führt uns der Weg erst einmal wieder gemäßigt in die Höhe.



Der Ahrsteigverbindungsweg (AV) 2 stößt wieder zu uns und wir folgen ihm ein weiteres Stück.




Mir gefallen diese Wegepassagen. Schmaler Pfad, felsiger Boden.



Zwischendurch wieder eine Aussicht über das Kesselinger Tal in die Ferne.


Am Hornberg erreichen wir dann eine Aussichtsplattform und genießen den Blick hinab nach Altenburg und auf die Umgehungsstraße mit ihren Tunneln.




Nun geht es nur noch abwärts.


Zwischendurch begegnen wir diesem Drachen auf der linken Seite. Nur sein Kopf ist noch zu erkennen ;-)



Bald sehen wir schon die Burg Kreuzberg links von uns liegen.




An einer freien Wegstelle sehen wir rechts sogar das Teufelsloch bei Altenahr.



Noch ein letztes Stück auf schmalem und rutschigen Pfad hinab.


Schon sehen wir die Burg Kreuzberg vor uns liegen.

Noch ein paar Meter und wir sind wieder am Ausgangspunkt der Wanderung angelangt.







Fazit:

Auch heute war ich überrascht und begeistert, was mir auf dieser Wanderung alles begegnete und wie mannigfaltig die Eindrücke sein können.
Es muss nicht immer ein Traumpfad oder Premiumweg sein.
Bei schönem Wetter bestimmt noch traumhafter.

Karte, GPX-Track etc. wie immer hier:


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