Pützfeld, Rundweg Eifelverein Nr. 6

[0063-14-9.0-739.6-1655.7]


Wer im Leben bleibt sich treu,
stellt dem Schicksal keine Fragen,
Glück ist wie das Bergwild scheu,
Du kannst den Hirsch, doch niemals Glück erjagen.

[Sprichreim]


Aufgrund der Wettervorhersagen für die nächste Woche war für den heutigen Tag noch eine Rundwanderung angesagt.
Weit wollte ich nicht fahren, da ich gestern bereits eine etwa 300 km lange Tour nach Hessen unternommen hatte.

So ging es heute "nur" nach Pützfeld im Ahrtal, wo mein Rüde und ich auf dem örtlichen Rundweg des Eifelvereins mit der Nummer 6 unterwegs waren.

Um es vorweg zu nehmen: es war richtig klasse.



Ich parke das "Hundemobil" in Pützfeld auf dem dortigen Parkplatz des kleinen Einkaufszentrums "An den Märkten", das direkt an der Bundesstraße liegt.

Nach vorsichtigem Überqueren der Fahrbahn an einer dortigen Insel geht es in die Straße "Mühlenauel" hinein.

Kurz vor Erreichen und überqueren der Ahr finden wir diese Wandertafel, die uns verschiedene Rundwanderungen anbietet.

Ich hatte mich ja zuvor schon für die Nummer sechs entschieden.


So überqueren wir die Ahr ein erstes Mal.

Es ist knapp 09:30 Uhr morgens.
Die Sonne kann sich noch nicht gegen den Nebel durchsetzen.



Schon sehen wir unser nächstes Ziel im Nebel vor uns auftauchen: die Pützfelder Kapelle - auch Wallfahrtskapelle "Sancta Maria Immaculata" genannt.



Pützfeld besaß eine größere Burganlage; deren Besitzer ließ im Jahr 1681 im Hang nördlich der Ahr die Wallfahrtskapelle "Sancta Maria Immaculata" Pützfeld erbauen. Die Kapelle wurde mehrfach zerstört - und immer wieder aufgebaut. In den Jahren 1992/93 ist sie restauriert worden (Quelle).


Quellen zur Entstehung der Kapelle sind nicht auffindbar. Sicher überlieferte Daten sind die Fertigstellung der Kapelle am 8. September 1681 laut Gründungsinschrift im Gewölbe und die per Messbucheintrag für den 10. Februar 1699 bezeugte Hochaltarweihe (Quelle wie vor).



Und schon haben wir sie nach wenigen hundert Metern Wanderung erreicht.








Interessant ist in diesem Zusammenhang die "Sage von der Pützfelder Kapelle", die im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1957 veröffentlicht wurde (Quelle siehe hier):

Auch der Ritter von Pützfeld nahm unter Kaiser Barbarossa am 3. Kreuzzug teil. Sein kaiserlicher Herr ertrank im Flusse Saleph, viele seiner Fahrtgenossen fielen durch das Schwert der Türken; andere wurden durch Pest, Hunger und Durst dahingerafft oder gerieten in Gefangenschaft. Doch der Ritter von Pützfeld entging all diesem Unbill. Sein Schiff trug ihn mit wenigen Gefährten durchs Mittelmeer der Heimat zu. So wie einst das Schiff mit gleichem Kurs des Propheten Jonas, so geriet auch das Schiff des Pützfelder Ritters in einen gewaltigen Sturm. In dieser großen Not legte unser Ritter folgendes Gelübde ab: „Allmächtiger Gott, wie Du einst dem Sturm auf dem See Genezareth Einhalt botest, so gebiete auch jetzt den stürmischen Wellen! Wenn ich aus dieser Seenot glücklich entkomme, so will ich in Pützfeld meiner Burg gegenüber auf der linken Ahrseite eine Kapelle erbauen." Der Sturm legte sich; glücklich verlief nun die Heimfahrt. Aber in der Heimat angekommen, vergaß der ungetreue Ritter sein Gelübde. Da meldete der Hirte eines Morgens seinem Herrn, daß das Weidevieh die saftigen Weideplätze des Tales verschmähte und durch die Ahr wate und den gegenseitigen Berghang bestiege. Aber noch wunderbarer sei es, daß das unvernünftige Vieh dort nicht das spärliche Gras abweide, sondern sich hinknie und mit erhobenen Häuptern zum Himmel schaue. Dem Ritter erschien diese Nachricht unglaublich, jedoch der Augenschein belehrte und bekehrte den Ritter. Jetzt wurde er durch das unvernünftige Vieh belehrt, daß Rinder und Schafe ihren Herrn erkennen, aber der Mensch in seinem Stolz und in seiner Sättigkeit oft den Herrn vergißt. Sofort gab er Befehl, am Orte, wo die Weidetiere dem Herrn die Ehre gaben, eine Kapelle zu bauen.





Wir folgen dem Weg nach unten und halten uns links.


Hierbei folgen wir nicht nur dem Wegekennzeichen des Rundweges (schwarze 6 auf gelbem Schild), sondern auch dem Ahrtalweg und dem Zuweg zum Ahrsteig.

Die Beschilderung ist völlig ausreichend und verlaufen fast ausgeschlossen.

Was mich so erfreut ist, dass die Wegbeschaffenheit häufiger wechselt. Das schmeichelt dem Auge und sorgt für Abwechslung.



Fast schon mystisch.

Die Sonne setzt sich langsam aber sicher durch.


Wir treffen nach einigen Kehren, die uns immer höher führen, an einer schönen Aussicht ein.




Mit dem Nebel im Tal geht einem das Herz auf.

Durchatmen, genießen.

Leider finden sich solche Weitsichten nur eingeschränkt auf dem weiteren Weg.



Noch geht es weiter hinauf.

Stetig, aber locker zu schaffen.



Nun haben wir fast den höchsten Punkt am Hengstberg erreicht.
In einer Linkskehre mit Sitzgelegenheit führt uns der Weg nunmehr nur noch bergab.

Faszinierend ist vor allem das Röhren der brünftigen Rothirsche, das uns fast den gesamten Weg hinab begleitet.

Von der Landschaft her kommt "Allgäu-Stimmung" auf.

Einfach nur herrlich.


Zwischendurch: Mein Rüde trifft einen entfernten Verwandten.

Die "rosa canina" oder auch "Hundsrose" genannt.



Immer weiter geht es bergab und wir folgen der Beschilderung.



Wir können bereits die - hier herangezoomte - Kapelle sehen.


Wir treffen an der Linder Straße ein und bewegen uns am Fahrbahnrand hinab nach Brück.

Eine schmalere, aber nicht stark befahrene Straße zwischen Brück und Lind.


Über eine schmalere Fahrbrücke queren wir ein zweites Mal die Ahr.

Und wieder stelle ich fest, wie gut es uns geht.
Wir wohnen in einem Gebiet, in dem viele Urlaub machen.
Ein kurzes Stück an der Hauptstraße entlang, bis wir kurz vor Erreichen des Bahnhofes links wechseln und parallel zu den Schienen gehen werden.

Peinlich. Erst durch diese Wanderung habe ich mitbekommen, dass die Ahrtalbahn "nur" zwischen Remagen und Ahrbrück fährt.

Wandern bildet ;-)



Nachdem wir an der eingangs erwähnten Wandertafel vorbeikommen, geht es wieder zurück zum Einkaufszentrum Pützfeld, wo es auch eine Bäckerei mit leckerem Kaffee und Kuchen gibt.





Fazit:

Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich auf solche "Kleinode" stoße, die so kurzweilig sind.
Ganz klar: kein Traumpfad oder Premiumweg, obwohl er ein paar davon in den Schatten stellen dürfte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht allzuviel erwartet hatte und somit überrascht wurde. Mir hat er gefallen.


Wanderübersicht, GPX-Track etc. wie immer hier:


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