Ausflug Römervilla Ahrweiler

Die alten Römer tranken auf das Wohl einer Frau, 
indem sie pro Buchstaben ihres Namens ein Glas Wein leerten.
[alte römische Trinksitte]

Ob es in dieser Zeit auch schon Doppelnamen gab ??? ;-)

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Was macht man, wenn es in Strömen regnet, man aber dennoch etwas "anständiges" an einem Sonntag unternehmen will ?
Richtig: man schaut, was in naher Entfernung liegt und wo man bislang noch nicht gewesen ist.
In unserem Fall war das die Römervilla in Ahrweiler.

Eigentlich wollten wir zuerst eine Führung im Regierungsbunker oberhalb mitmachen, allerdings verging die Lust bei der Vielzahl der Besucher, die bereits draußen warteten.




Die Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Silberberg ist ein archäologischer Fundplatz, der eine jahrhundertelange wechselnde Nutzung von der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts bis ins Frühmittelalter dokumentiert (Quelle).



Zunächst als römischer Gutshof angelegt, vergrößert und mehrfach umgebaut, wurde die Anlage gegen 259/60 n. Chr. planmäßig geräumt. In der Spätantike erfuhr das Hauptgebäude eine Umnutzung zur Herberge, in die anschließend eine Eisenschmelze einzog. (Quelle wie vor).


Nach dem völligen Verfall und der Bedeckung des Geländes mit Schutt und Geröll durch den direkt dahinterliegenden Silberberg entstand an diesem Platz ein frühmittelalterlicher christlicher Friedhof (Quelle wie vor).


Wir bezahlen den Eintritt von 5,- € pro Person und könnten an einer öffentlichen Führungen teilnehmen.
Auch ist es möglich eine verbilligte Kombinations-Eintrittskarte (Regierungsbunker plus Römervilla) zu erwerben.


Während des Ausbaus der Bundesstraße 267 am nördlichen Abhang des Ahrtales wurde im März 1980 mit der Errichtung eines Auf- und Abfahrtsohrs am nordwestlichen Ortsrand von Ahrweiler begonnen (Quelle wie vor).


Es war geplant, die Fahrbahn tief in den Schutt des Hanges einzugraben. Zum damaligen Zeitpunkt lagen keinerlei Überlieferungen vor, die eine archäologische Stätte hätten ausweisen können (Quelle wie vor). 




Am 23. März 1980 griffen die Bagger in römisches Mauerwerk und räumten dieses mitsamt größerer Stücke farbiger Bemalung ab (Quelle ebenda).



LKW brachten dieses Material auf die Kippe. Nur das Eingreifen eines zufällig anwesenden ehrenamtlichen Mitarbeiters des Denkmalamtes Koblenz verhinderte Schlimmeres (Quelle wie vor).



Bereits am nächsten Tag wurden die Bauarbeiten eingestellt und das Gelände gesichert.

Das teils noch bis zu einer Höhe von 1,5 Metern aufragende Mauerwerk, bei dem vielfach die Fensteröffnungen nachgewiesen werden konnten sowie der außergewöhnlich gut erhaltene bemalte Verputz rechtfertigten eine bis Ende 1980 vollzogene Umtrassierung der geplanten Fahrbahn und die Errichtung eines aufwendigen Schutzbaues (Quelle wie vor).


Wie unter anderem die nur spärlichen beweglichen Hinterlassenschaft aus der Grabung zeigen, wurde die Villa Rustica gegen 259/60 planmäßig von ihren Besitzern geräumt (Quelle wie vor).


Die Archäologen vermuten, dass die Menschen den Ort aufgrund der zunehmenden kriegerischen Übergriffe verlassen haben, die in dieser Zeit von Seiten der Germanen aus dem Barbaricum drohten. Sie sind offenbar nicht zurückgekehrt (Quelle ebenda).


Die nun leerstehende Villa begann in den folgenden Jahrzehnten langsam zu verfallen. Die Blütezeit dieses Ortes war abgeschlossen (Quelle wie vor).

Über dem Schutt des Bades und südlich darüber hinaus wurde ein Friedhof mit 32 christlichen Bestattungen aufgedeckt, die in die Zeit zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert gehören.

Zum damaligen Zeitpunkt war von der Villa Rustica oberirdisch zumindest in großen Teilen nichts mehr auszumachen (Quelle wie vor).
Die Grabgruben, die zum großen Teil mit Schieferplatten ausgekleidet waren, sind in den Hangschutt eingetieft worden. Nach der Bestattung wurden die Gruben mit mächtigen Schieferplattenmonoliten verschlossen und verfüllt. Tote, die nicht in Steinkisten beigesetzt wurden, bekamen ihr Begräbnis entweder in Baumsärgen oder in einer einfachen Erdgrube. Alle Bestattungen wiesen nach Osten und waren beigabenlos (Quelle ebenda).



Nach dem Besuch der Römervilla kehren wir noch kurz in Ahrweiler selbst für einen Cappuchino und Waffeln ein und beenden den kleinen Ausflug im Starkregen.




Kommentare

pierre hat gesagt…
Hallo Mungo,

sehr schöner Bericht über die römische Villa. Die muss ich mir unbedingt anschauen, aus Interesse.

Habe gar nicht gewusst das dort eine ist.

Viele Grüße
Pierre
Mungo Mungenast hat gesagt…
Gib bescheid. Bekommst auch einen Kaffee ;-)