Lenus-Mars-Weg Pommern

[0054-14-9.1-624.8-1540.9]


Wie schwer ist es die Höhe zu erklimmen, von wo des Ruhmes stolzer Tempel glänzt.
[Zitat: Thomas Hobbes]

Nach langer Überlegung am gestrigen Tag (gehe ich mit einem Hund in den Ehrbachklamm, gehe ich mit beiden Hunden, wie lange gehe ich aufgrund des angekündigten heftigen Regens ...), wurden beide Hunde in das Auto "verfrachtet" und es ging an die Mosel.

Genauer gesagt nach Karden, um dort in einer Rundwanderung den Lenus-Mars-Weg aufzunehmen, der uns zu einem Nachbau einer römischen Tempelanlage auf dem Martberg führen sollte.





Wir starten an dem ausreichend dimensionierten und kostenfreien Parkplatz an der Moselstraße in Karden.



Ein bisschen erinnert an die Tunnel auf dem Nette-Schiefer-Weg gehen wir durch diesen Tunnel in den Ortskern von Karden hinein, um auf den Streckenweg zu kommen.



Die Beschilderung ist im übrigen wirklich gut.

Der Weg hin zum Martberg lebt natürlich auch von der Tatsache, dass wir auf einem Teilsteig des Moselsteiges unterwegs sind.



Langsam schrauben wir uns oberhalb von Karden in die Höhe ...




... und genießen gemeinsam die Aussicht auf die Mosel.



Ein erster Blick zurück lässt uns Treis auf der anderen Moselseite erkennen.




 Der Weg wird nun zusehends schmaler ...




... und wir wandern auf schmalem Pfad weiter.




Der Weg führt uns nun in Serpentinen immer weiter in die Höhe.
Ich mag solche Anstiege zu Beginn einer Wanderung.



Scheinbar habe ich in letzter Zeit immer wieder das Pech, bei schönen Weitsichten in die Sonne fotografieren zu müssen ;-)



Oberhalb von "Vicus Cardena" (Karden) findet sich diese hölzerne Statue, die natürlich fotografisch "konserviert" wird.




Bald sehen wir auch schon den Archäologiepark Martberg (Mons Martis) vor uns liegen.


Der Martberg ist ein Berg zwischen Pommern und Karden an der Untermosel, auf dem sich in vorrömischer Zeit ein Oppidum (Befestigung)  der Treverer und in römischer Zeit ein ausgedehnter Tempelbezirk befand, in dem der Gott Mars Lenus verehrt wurde. Der Name lässt sich auf die Verehrung dieser Gottheit zurückführen (Quelle).


Seit alters her ist der Martberg als reiche Fundstätte römischer Altertümer bekannt.
Bereits damals konnte ein großer umfriedeter Tempelbezirk mit zahlreichen Tempeln und Nebengebäuden nachgewiesen werden (Quelle wie vor).


Die ersten Siedlungsspuren auf dem Mart- und Hüttenberg lassen sich bis in das Neolithikum zurückverfolgen. Dies geht aus einigen ergrabenen Siedlungsgruben und Oberflächenfunden hervor. (Quelle wie vor).


Im Laufe der Romanisierung wurde die Siedlung auf dem Martberg im 1. Jahrhundert n. Chr. zu Gunsten des an der Mosel entstandenen Vicus Cardena, dem heutigen Treis-Karden aufgegeben. Der heilige Bezirk im Zentrum des Berges blieb allerdings bestehen und entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu voller Blüte (Quelle wie vor).


Im Jahre 2004 wurde der Tempelbezirk teilweise wieder aufgebaut und ist gemeinsam mit weiteren Rekonstruktionen der keltischen Siedlung im Archäologiepark Martberg für Besucher zugänglich (Quelle wie vor).

Siehe auch hier.




Der Weg führt uns nun an dieser ...




... und jener Holzstatue entlang.




Der Weg führt uns jetzt hinab nach Pommern.

Da es sich bei dem Lenus-Mars-Weg um eine Streckenwanderung handelt, wir aber das Fahrzeug in Karden stehen haben, folgen wir dem Hinweis auf einen Rückweg nach Karden.

Und ja: Auf den Hügel in der Ferne müssen wir. Und zwar ganz hinauf.



Es folgt also das anstrengendste Stück der Rückwanderung, die uns entlang der Weinberge über Serpentinen unermüdlich in die Höhe führt, bis wir an den Aussichtspunkt Fahrlei angelangen.



Zeit für zwei alte Männer, die Strecke noch einmal gedanklich Revue passieren zu lassen.

Und nein. Es hat nicht geregnet. Ich war völlig durchgeschwitzt.




Zunächst führt uns der weitere Weg in grobe Richtung Martberg. Bevor wir jedoch auf den bereits gegangenen Weg stoßen, geht es in Höhe des rechten Baumes wieder rechts.



Ein klitzekleines Stück wandern wir auf den eigenen Spuren zurück (wir sind auf dem Hinweg von links gekommen), halten uns aber an dieser Stelle nach Rechts.



Unter uns sehen wir bereits Treis-Karden auftauchen.




Kurz vor Erreichen des Ortes Karden kommen wir an dieser 1754 erbauten Hoch-Kreuz-Kapelle vorbei.



Ein paar Meter weiter treffen wir erneut auf die Strecke des Hinweges.
Von unten gekommen sind wir dem Schotter gefolgt.
Wir gehen nunmehr das letzte Stück zurück in den Ort hinein.






Fazit:

Zwar nur etwas mehr als neun Kilometer lange Wanderung, allerdings hat sie das aufgrund des steileren Aufstieges auf dem Rückweg wieder wett gemacht.
Wer auf eine Wanderkarte schaut, wird feststellen, dass auch weitere Sehenswürdigkeiten vor Erreichen von Karden eingebaut werden können (u. a. z. B. die Ruine Gillesmühle oder auch die Höhle des heiligen Castor).
Das Wetter hatte sich gehalten, wir haben uns bewegt, haben etwas "Besonderes" gesehen. Was will man mehr.
Für Hunde ist Flüssigkeit mitzuführen. Unterwegs gab es keine Möglichkeit der "natürlichen" Wasserzufuhr.




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