Ausflug Burg Thurant



Den wird man einen Ritter nennen, der nie sein Ritterwort vergißt.

[Ludwig Uhland (1787 - 1862)]



Aufgrund des kurzfristigen Nachtdienstes von Samstag und Sonntag hatte ich mich entschlossen, heute keine Wanderung zu unternehmen.

Da das schöne Wetter am Vormittag jedoch genutzt werden wollte, haben wir die Burg Thurant besichtigt, welche ich schon bei der Wanderung des Traumpfades "Bleidenberger Ausblicke" streifen konnte.
Da Hunde dort nicht erwünscht sind, habe ich seinerzeit auf einen Besuch verzichtet.



Die Eintrittspreise etc. können der Internetpräsenz der Burg selbst entnommen werden.

In unserem Fall waren es pro Person 3,50 €.


Geparkt werden kann direkt an der Burg selbst.
Aber auch hier sind die Stellplätze natürlich nicht immens.

Da wir um 10:15 Uhr als erste Besucher vor Ort waren, hatten wir noch alle Plätze zur Auswahl.

Dieser Anblick erwartet uns von dort. An gleicher Stelle führt der Traumpfad vorbei.




Wir genießen zunächst die schöne erhöhte Aussicht auf die Mosel in grobe Richtung Cochem.




Nun machen wir uns auf zum höher gelegenen Eingang der Burg ...





... der uns über eine Brücke ...




... in höherer Lage erwartet.



Die Ruine der Burg Thurant steht auf einem breiten Bergsporn aus Schiefer hoch über dem Ort Alken an der Mosel. Sie gehört zum Typus der Spornburgen (Quelle).

Keramikfunde lassen auf eine römische Besiedelung des Bergsporns schließen, die erste urkundliche Erwähnung einer Anlage an diesem Ort datiert aber erst aus dem Jahr 1209.

Vermutlich in der Zeit von 1198 bis 1206 ließ Pfalzgraf Heinrich I. der Lange aus dem Adelsgeschlecht der Welfen an der heutigen Stelle eine Wehranlage errichten, um die Ansprüche seines Bruders, Kaiser Otto IV., im Moselgebiet zu sichern (Quelle).



Die Höhenburg benannte er der Überlieferung nach der Burg Toron bei Tyros im heutigen Libanon, die er mit einem Heer während der Barbarossaschlacht im Dritten Kreuzzug vergeblich belagert hatte (Quelle).




Hier kann es einem gefallen ...



Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs kamen 1689 weitere Zerstörungen durch französische Truppen hinzu und ließen die Anlage endgültig zu einer Ruine werden. Nur noch die beiden Bergfriede und ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert waren weitgehend unversehrt (Quelle).





Diverse Statuen finden sich im Burggelände.



Seit 1495 waren die Herren von Wiltberg einer der Lehnsnehmer. Sie nutzten die bereits 1542 als baufällig bezeichnete Burg als Steinbruch, um sich in Alken das Wiltberg’sche Schloss, auch Wiltburg genannt, zu errichten (Quelle).






Wie wir durch einen Burgführer ausser der Reihe erfahren konnten, vermuteten die amerikanischen Streitkräfte im Mai 1945 in der Burg Thurant einen Stützpunkt hochrangiger deutscher Offiziere und beschossen erfolgreich Teile der Burg.







Geheimrat Robert Allmers erwarb die Anlage 1911 und ließ einige ihrer Teile 1915/16 wiederaufbauen. Seit 1973 ist sie gemeinschaftlicher Privatbesitz der Familien Allmers und Wulf (Quelle).




...





Erwischt!





Verschiedene Räumlichkeiten können von aussen bzw. auch direkt im jeweiligen Raum besichtigt werden.

Hier befinden wir uns z. B. im Pferdestall.




Ein Blick auf die Hebeanlange, um den in voller Montur steckenden Ritter auf das Pferd zu hieven.



Zufällig treffen wir auf einen Burgführer, der uns ausser der Reihe diesen Raum aufschließt und uns geschichtlich auf die Höhe bringt.

Das war sehr freundlich. Noch einmal recht herzlichen Dank hierfür.






Die Gewahrsamszellen vor der Reform ...

;-)



Der Aufstieg hoch auf den "Kölner Dom" erfolgt auf eigene Gefahr.
Zur Zeit stehen hier noch Gerüste.
Es geht über schmale steile Holztreppen nach oben.
Ein Besuch lohnt sich.




Ich habe etwas gewartet, aber es wollte kein Wind aufkommen.




So geht es nach der schönen Aussicht wieder hinab in den Burghof.




 Noch ein letzter Blick und es geht wieder hinaus.










Fazit:

Der Besuch der Burg ist sehr kurzweilig, es gibt viel Interessantes zu sehen und man würde hier gerne wohnen wollen.
Dies geht in gewisser Weise sogar: Ferienwohnungen in der Burg.
Hunde sind nicht erwünscht. Tatsächlich kann ich dies hier auch nachvollziehen.
Kinder dürften ihren Spaß haben.

Wanderungen:

In diesem Bereich sind - natürlich - einige Wanderwege zu finden.
Der bereits von mir erwanderte Traumpfad "Bleidenberger Ausblicke" führt genau an dieser Burg vorbei.

Kommentare

lederjack hat gesagt…
Schöne Fotos und gut beschrieben. Mir hat es dort auch sehr gut gefallen. Besonders der lauschige Innenhof mit einem Pausenbierchen. Nicht weit weg verläuft auch der Schwalberstieg.

Es grüßt der Uwä
Mungo Mungenast hat gesagt…
Die Traumpfade sind ja alle erwandert. Jetzt sind die Traumschleifen dran ;-)