Burgruine Godesburg

Die heutige Wanderung weicht von meinen bisherigen Wanderungen und Vorlieben ab.
Ein Teil der Strecke geht durch den Wald, der andere Teil durch Bad Godesberg mit seinen Straßen und Bürgersteigen.

Dies sollte man wissen, wenn man diese Route ggf. nachwandern möchte.

Für mich war es auch - in gewisser Weise - eine weitere "Zeitreise" in meine berufliche Vergangenheit als ehemaliger Personenschützer.
 

Wir - mein Rüde und ich - starten auf dem großzügig angelegten Wanderparkplatz am Ende der Venner Straße in Bonn - Schweinheim.

Er scheint für Jogger zur Mittagszeit sehr beliebt zu sein.

Am Start sind wir jedoch noch von diesen verschont.


So geht es nunmehr zunächst in den Kottenforst hinein.

Leider ist es wieder sehr nebelig und der Himmel grau in grau.


Als ersten Wegpunkt unserer Wanderung steuern wir das Hermann-Löns-Denkmal an.

Irgendwie hatte ich mir dies anders vorgestellt.
Zumindest peinlich finde ich den nachträglich mit Farbstift hinzugefügten Vor- und Nachnamen.


Es geht nunmehr abwärts.
An dieser Stelle könnte man theoretisch bis fast zum Heiderhof schauen.

Ok. Bei anderer Wetterlage.


Auf diesem Teilstück sind es eher die Kleinigkeiten, die uns erfreuen.

Sei es die "Schlucht" am Venner Bach oder diese Landschaft, die einen erwarten lässt, gleich auf einen Herrn Beutlin zu stoßen.



Der Weg führt uns jetzt zur Pecher Straße / L158 vorbei an dem ehemaligen Kloster ...


... bis hin zum Gut Marienforst.

Dienstlich war ich hier bereits vor vielen Jahren, als sich dort noch die indische Botschaft befand.

Als ich quasi noch sehr jung war ;-)


Wir wechseln die Straßenseite und gehen nunmehr an der Fahrstraße entlang den Marienforster Steinweg hinauf zum Goldbergweg und hernach zur Elisabethstraße.


Auch hier hätten wir einen schönen Ausblick über Godesberg und auf die andere Rheinseite.

Wir denken uns die Wolken einfach weg,



Und da liegt er auch schon vor uns: der Bismarckturm in Bonn-Muffendorf.




Und nein. Auch wenn es der Name vermuten lässt: historisch war hier keine Ansammlung von Klempnern. ;-)

Von 240 Bismarcktürmen sind heute noch 173 vorhanden. In der Bundesrepublik Deutschland sind noch 146 von ehemals 184 Türmen erhalten (Quelle).


Er wurde von 1901 bis 1902 erbaut und ist seit 2012 nicht mehr zugänglich.

Es ist im übrigen einer der drei Bismarcktürme in Bonn.




Direkt hinter dem Turm in Gehrichtung geht es rechts hinab und wieder links, bis wir zum Redoutenpark gelangen.




Ein kleiner Teich erfreut wieder unsere Augen.

Als nächstes suchen wir die Redoute auf.

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich damals dienstlich hier war.

Bund und Botschaften luden zur Zeit Bonns als Regierungssitz (bis 1999) zu repräsentativen Empfängen und Veranstaltungen (Quelle).

Nun geht es ein kurzes Teilstück durch die Bad Godesberger Fußgängerzone, in der gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird.

In der Nähe sehen wir schon die Burgruine Godesburg und den in Renovierung stehenden Bergfried.


Die Godesburg ist also unser nächstes Ziel.
Wir folgen jedoch nicht der Fahrstraße (Sackgasse), sondern nehmen die Treppenstufen hinauf.

Hier befindet sich auch ein Restaurant.



 Unterwegs werfen wir einen Blick über Godesberg.
 
Die Burg liegt auf einem in vorgeschichtlicher Zeit erloschenen Vulkan. Eine bereits römische Besiedlung wurde durch einen in die Godesburg eingemauerten Altarstein nachgewiesen. 722 wurde der Berg als ubische Kultstätte Woudensberg (Wotansberg) urkundlich erwähnt.
Am 15. Oktober 1210 legte der Kölner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach den Grundstein für einen Neubau (Quelle).



Mein Rüde freut sich - glaube ich - dass er nicht den Bergfried hinauf muss ...

Sprachloses Staunen in seinen Augen ...



Mir gefallen diese Skulpturen immer wieder, die das vermutlich frühere Aussehen darstellen.




Wir schauen uns noch ein wenig um, bevor wir die Burganlage wieder verlassen.


Wir gehen an der Kirche vorbei an den unteren Eingang zum Burgfriedhof.

Ganz in der Ferne kann man den Posttower erkennen.

Wir gehen über den alten Friedhof mit seinen vielfältigen Grabnischen und -steinen.

Und plötzlich stocke ich: Der Name auf dem Grabstein ist mir bekannt.
Hier liegt also der ehemalige / damalige Direktor meines Gymnasiums begraben: Dr. Aloys Zillien.





Anschließend geht es leider unspektakulärer weiter auf Bürgersteigen vorbei am jetzigen Generalkonsulat der russischen Föderationen (ehemalige Botschaft Russland) bis hin zum Evangelischen Waldkrankenhaus und über ein kleines Stück "Kottenforst" zurück zum Fahrzeug.


Fazit:

Ich habe es ja schon eingangs erwähnt: viele Straßen und Bürgersteige.
Auf der anderen Seite sehr interessant, auf der anderen nicht so des Wanderers "Glück".
Mit Sicherheit werde ich ähnliches wiederholen - aber in Maßen und nicht sofort ;-)



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