Wachtberger Wasserburgenweg

Der Plan für den heutigen freien Tag lautete:
Nicht besonders weit fahren, möglichst wenig Matsch und im tristen Wettergrau ein paar Besonderheiten auf dem Weg.

Dank Wanderkarte Nr. 38 des Eifelvereins war eine solche selbstgewählte Runde schnell gefunden.
Ich nenne sie mal großspurig "Wachtberger Wasserburgenweg".
Ok. Aber auch Wasserburgen sind Burgen ;-)



Den Startpunkt habe ich in Wachtberg - Berkum auf dem kleinen Wanderparkplatz an der Ecke Am Wachtbergring / Am Wachtberg gelegt.
Etwas weiter befindet sich auch das EKZ in Berkum, falls diese Abstellfläche voll sein sollte.


Die Rundwanderung wird im Uhrzeigersinn erfolgen.
Selbstgebastelte Wanderschilder (laminierte Pappe) weisen den geneigten Wanderer den Weg.

Die Gemeindekasse muss fürchterlich leer sein.


Zunächst geht es demnach in Richtung Burg Gudenau, die wir aber erst auf dem Rückweg besuchen werden.

Bei schönem Wetter würden wir hier auf das Siebengebirge schauen können.




Nicht weit vom Parkplatz entfernt machen wir einen kleinen Abstecher zum Wachtberger Ehrenmal, eine am 18.09.1921 eingeweihte Kriegergedächtnisstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.


Vierzehn Stelen bilden einen Kreis von Kreuzwegstationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Stelen durch zehn davor liegende Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen ergänzt (Quelle).


Wir gehen das kurze Stück zurück und befinden uns auf dem Wanderweg 6 und gleichzeitig auf einem Teilstück des Wasserburgenweges.

Am umgangssprachlich genannten "UNOX-Haus" gehen wir links in Richtung Holzem; wen wundert es, dass wir auf der Holzemer Allee unterwegs sind.


Kurz vor dem Ortseingangsschild Holzem biegen wir links ab und werden so seitlich an die Nepomuk-Kapelle (auch Raaffkapelle genannt) geführt.

Wir überqueren die Krahnhofer Straße und wollen einen Blick auf den Eingang der Kapelle werfen.



Diese Kapelle wurde 1744 vom berühmten Tenorsänger Anton Raaff gestiftet.

Raaff, Hofsänger bei Kurfürst Clemens August, gelangte an den großen Bühnen und Höfen Europas zu Weltruhm. Johann Christian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart schrieben für ihn (Quelle).



Unsere Wanderung führt uns nun auf Feldwegen weiter in Richtung der L267, die Wachtberg-Villip mit Klein-Villip verbindet.

Wir laufen hierbei meist an landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei.



Linkerhand bei Klein-Villip befindet sich eine kleinere Kapelle.
Eine Bank am Wegesrand (Am Kapellenblick) lädt zum Verweilen ein.



Wir wandern am Ortsrand von Klein-Villip entlang und sind, wie häufiger auf dieser Wanderung, auf einer Fahrstraße unterwegs.

Allerdings war sie kaum frequentiert. Ein einzelnes Fahrzeug kam uns entgehen.

Nachdem wir die viel und schnell befahrene L123 gequert haben, geht es zunächst seitlich an die Burg Adendorf.
Jetzt gilt es, sich zu entscheiden. Links über die Felder zur Burg Münchhausen oder an der K63 entlang zum Haupteingang der Burg Adendorf, um letzlich durch Adendorf selbst zur Burg Münchhausen zu gelangen.

Ich entscheide mich für einen Besuch der Burg Adendorf, einer zwischen 1655 und 1670 errichteten Wasserburg.

Eine Besichtigung der Burg ist leider nicht möglich.
Sie befindet sich im Privatbesitz des Freiherrn und der Freifrau von Loë.

Da wir uns für diesen Weg entschieden haben, laufen wir nun parallel zur Töpferstraße am Dorfrand entlang in Richtung Meckenheim-Merl.

Leider führt hier kein Weg nach hinten auf die Felder, so dass wir nur an der Töpferstraße in Höhe der Burg Münchhausen gelangen. Wir entscheiden uns für ein Foto der Burganlage, die als Reitstall und Restaurant dient, aus der Ferne.

So überqueren wir die Töpferstraße und es geht in den Wald hinein.
Ziemlich gerade Wege, bis auf einen kleineren Abstecher nach links.

Wir laufen hier aber für ein kurzes Stück in direkter Nähe zur Autobahn 565, die entsprechend zu hören ist.


Zum Glück ist dieses Teilstück an der Autobahn schnell hinter uns gelassen und es geht über eine kleinere Brücke in Richtung Villip.

Vorne links ist bereits die Wasserburg Gudenau zu erahnen.


Auf halbem Weg findet sich ein Grabkreuz mit der Aufschrift: "Hier starb am 23.12.44 Jagdflieger und Ritterkreuzträger Heinz Bartels."


Nähere Informationen zu den Jagdfliegern und den Gefallenen findet sich auch hier.
Demnach galt er zu diesem Zeitpunkt als vermisst.
Am 26. Januar 1968 wurde das Wrack seiner Me 109 G-10 mit den sterblichen Überresten bei Villip gefunden.





Wir nähern uns stetig der Wasserburg.


Wir erreichen erneut die L267 und müssen ein kleines Stück weit an ihr entlang, um zum Haupteingang der Wasserburg zu gelangen.

Oberhalb liegt die Mühle Villip, an der wir im Verlauf auch vorbeikommen werden.



Aber zunächst statten wir der Wasserburg Gudenau einen kleinen Besuch ab.
Sie ist im 13. Jahrhundert entstanden.


Jetzt gehört die Burg Henriette Gräfin Strasoldo, einer Urenkelin der Familie von Guilleaume.

Einen kleinen Teil konnten wir problemlos besichtigen.
 




Balou wollte auch mit auf ein Bild.



Noch einen Blick in den hinteren Bereich der Wasserburg, bevor wir die Anlage wieder verlassen.



Wir überqueren anschließend die etwas gefährlichere Fahrstraße hoch nach Villip und biegen an der ersten Möglichkeit nach rechts hinten ab und gelagen so an der Villiper-Mühle vorbei (Broicher-Mühle).


 Es geht jetzt sehr unspektakulär am Ortsrand von Villip vorbei.
Wir überqueren im weiteren Verlauf die K58 und sehen in der Ferne das Siebengebirge.



Letztlich erreichen wir Berkum selbst und stehen vor der Burg Odenhausen, eine im 11. Jahrhundert erbaute Turmhügelburg.


Das Tor steht auf, einen Hinweis auf einen Privatweg ist nicht zu finden.

So geht es ein kleines Stück hinein.



Noch einen Blick in den Innenhof der Burg, bevor wir uns diesmal entlang der Oberdorfstraße am Fahrbahnrand das kürzere Stück zum Start- / Endpunkt hin bewegen und die Tour beenden.






Fazit:

Kein Vergleich zu den Traumpfaden und -schleifen.
Keine Frage.
Viel Asphalt unter den Schuhen. Normalerweise überhaupt nicht mein Geschmack. Diesmal jedoch konnte man die Wege dadurch begehen, ohne ständig im Matsch zu rutschen.
Viele Straßenüberquerungen und parallele Wanderungen. Anders allerdings eher nicht zu bewerkstelligen.
Ein kurzes Stück in Höhrweite der Autobahn.

Alles in allem haben dies jedoch die Besuche der Wasserburgen wettgemacht.

Wen dies alles nicht abschreckt, wird eine interessante Wanderung vorfinden können.



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